Gerhard Neumann
Seit 1919 ist er Mitglied der Sozialdemokratischen Partei (SPD) und engagiert sich einige Jahre als Kassierer. Dem Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold gehört er seit 1925 an. Als Mitglied des Metallarbeiterverbands ist er 1926/27 Stadtverordneter in Görlitz.
Nach der nationalsozialistischen Machtübernahme fungiert er ab 1934 als Mittelmann der SPD in Zittau, verbreitet politische Schriften weiter und liefert Emigranten in der Tschechoslowakei Informationen über die Aufrüstung. Ende September 1934 wird er festgenommen und am 28. Juli 1936 vor dem „Volksgerichtshof” der „Vorbereitung eines hochverräterischen Unternehmens” angeklagt, jedoch freigesprochen. Seine Ehefrau, eine Sudetendeutsche, stirbt während seiner Zeit in Haft.
Nach seiner Haftentlassung begibt er sich in die Tschechoslowakei und setzt dort seine politische Arbeit für die SPD fort. Er wird im Oktober 1940 erneut festgenommen und am 23. Juni 1943 vom 1. Senat des „Volksgerichtshofs” unter Roland Freisler wegen „Volks-, Hoch- und Landesverrats” zum Tode verurteilt.
Der Vater zweier Töchter wird am 20. August 1943 im Strafgefängnis Berlin-Plötzensee ermordet.
Dokumente
Gefangenenkarte von Gerhard Neumann
Landesarchiv Berlin A Rep 369 Kartei
Schreiben der Gestapo Liegnitz über die Verbindungen von Gerhard Neumann und seinen Mitangeklagten zur illegalen Leitung der SPD, 14. März 1935
Bundesarchiv R 3017/35798
Urteil des „Volksgerichtshofs gegen Gerhard Neumann und andere Personen mit Freispruch von Neumann, 28. Juli 1936
Bundesarchiv R 3017/35788
Urteilstenor des „Volksgerichtshofs” gegen Gerhard Neumann vom 23. Juni 1943
Bundesarchiv R 3018/5067
Sterbeurkunde von Gerhard Neumann vom 21. August 1943
Ancestry, Archiv zur Ahnenforschung

















































