Eugen Neutert

18. März 1905, Berlin – 9. September 1943
Eugen Neutert

Eugen Neutert

Gedenkstätte Deutscher Widerstand

Nach dem Abschluss einer Lehre als Elektriker wandert Eugen Neutert im Herbst 1923 nach Brasilien aus, kehrt aber 1926 nach Deutschland zurück. Wegen seiner politischen Tätigkeit als KPD-Mitglied wird Neutert 1928 von der Berliner Elektrizitätsgesellschaft gemaßregelt und entlassen. Daraufhin absolviert er eine Ausbildung zum Masseur.
Bis zu seiner Festnahme im September 1936 führt er zusammen mit rund dreißig Personen in Berlin-Hermsdorf Widerstandsaktionen durch. Neutert wird vom „Volksgerichtshof” zu zweieinhalb Jahren Zuchthaus verurteilt, die er in den Strafanstalten Brandenburg und Amberg in Bayern verbüßt.
Nach seiner Haftentlassung findet er im Berliner Eternit-Werk Anschluss an einen Kreis von Kommunistinnen und Kommunisten, die Kontakt zu der Widerstands­organisation um Robert Uhrig haben. Eine weitere Verbindung besteht zu Beppo Römer. Hans Coppi bringt ihn im Herbst 1941 in den Kreis um den Schauspieler Wilhelm Schürmann-Horster.
Neutert beschafft eine Schreibmaschine und Wachs­matrizen. Er beteiligt sich an den Diskussionen der Gruppe sowie an der Herstellung und Verbreitung von illegalen Schriften.
Am 23. Oktober 1942 wird Neutert erneut festge­nommen. Er wird am 21. August 1943 vom „Volksgerichtshof” gemeinsam mit Wilhelm Schürmann-Horster und Wolfgang Thiess zum Tode verurteilt. Die drei Männer werden, obwohl ihre Gnadenverfahren noch nicht abgeschlossen sind, in der Nacht vom 9. auf den 10. September 1943 während der sogenannten Blutnächte im Strafgefängnis Plötzensee erhängt.

Dokumente

Gefangenenkarte von Eugen Neutert

Landesarchiv Berlin A Rep 369 Kartei

Anklageschrift des „Volksgerichtshofs” gegen Wilhelm Schürmann-Horster, Eugen Neutert und andere, 10. Mai 1943

Bundesarchiv R 3018/2

Urteil des „Volksgerichtshofs” gegen Wilhelm Schürmann-Horster, Eugen Neutert und andere, 20. August 1943

Bundesarchiv R 3018/2

Mitteilung der Hinrichtung von Eugen Neutert, 9. September 1943

Bundesarchiv R 3018/2

Sterbeurkunde von Eugen Neutert vom 14. September 1943

Ancestry, Archiv zur Ahnenforschung

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