Rudolf Nitz

12. Juni 1902, Berlin – 29. April 1942
Rudolf Nitz

Foto von Rudolf Nitz, um 1941

Brandenburgisches Landeshauptarchiv Rep 12 C Berlin II, Nr. 6644/1

Rudolf Nitz stammt aus einer Arbeiter­familie im Berliner Norden. Nach der Volks­schule arbeitet er als Page im Hotel Bristol sowie als Haus­diener; 1925 tritt er in den Dienst der Deutschen Reichs­post und ist zuletzt als Post­fach­arbeiter im Postamt NW 7 im Sortier­dienst beschäftigt. Von seinem Ver­dienst unterhält er auch seine verwit­wete Mutter Frieda Nitz, mit der er ein Zimmer bewohnt.
Ab Februar 1941 nimmt er regelmäßig Feld­post­päckchen an sich, verkauft darin enthaltene Gegen­stände und beschafft von dem Geld Lebens­mittel und Medika­mente für seine erkrankte Mutter. Am 3. November 1941 werden beide festge­nommen und am 17. Dezember vor dem Sonder­gericht V bei dem Land­gericht Berlin des Dieb­stahls beziehungs­weise Hehlerei angeklagt. Vor der ursprünglich am 3. Februar 1942 anbe­raumten Verhand­lung begeht Frieda Nitz Suizid.
Rudolf Nitz wird am 24. Februar 1942 auf Grund­lage der 1939 erlassenen „Verord­nung gegen Volks­schäd­linge” zum Tode verurteilt und am 29. April 1942 im Strafge­fängnis Berlin-Plötz­en­see ermordet.

Dokumente

Gefangenenkarte von Rudolf Nitz

Landesarchiv Berlin A Rep 369 Kartei

Urteilsformel des Sondergerichts V bei dem Landgericht Berlin gegen Rudolf Nitz vom 24. Februar 1942

Brandenburgisches Landeshauptarchiv Rep 12 C Berlin II, Nr. 6644

Gnadengesuch von Rudolf Nitz vom 5. März 1942

Brandenburgisches Landeshauptarchiv Rep 12 C Berlin II, Nr. 6644/2

Gruß von Frieda Nitz an ihren Sohn Rudolf in der Haft auf Zigarettenschachteln, Winter 1941/42

Brandenburgisches Landeshauptarchiv Rep 12 C Berlin II, Nr. 6644

Sterbeurkunde von Rudolf Nitz vom 29. April 1942

Ancestry, Archiv zur Ahnenforschung

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