Jiří Novák

13. März 1922, Alt Titschein (Starý Jičín) – 20. Oktober 1942
Der Sohn eines Bau­meisters absolviert die Volks- und Bürger­schule in Alt Titschein (Starý Jičín) in den Ostsu­deten und beginn im November 1939 – nach der Beset­zung der böhmischen Länder durch die Wehr­macht – im 60 Kilo­meter entfernten Zlín in dem Schuh­unter­nehmen Baťa eine Lehre als Maschinen­schlosser. Sein Heimat­ort fällt mit dem Münchener Abkom­men ans Deutsche Reich.
Die stand­rechtliche Hinrich­tung zahlreicher Lands­leute im „Protektorat” im Zuge der Verhän­gung des Stand­rechts durch den am 27. September 1941 neu einge­setzten stell­vertre­tenden „Reichs­pro­tektor” Reinhard Heydrich empfindet Jiří Novák als Unrecht und will diese rächen.
Am 25. Oktober 1941 setzt er die Garage des Ober­land­rats in Zlín in Brand und verübt Spreng­stoff­anschläge auf das deutsche Kasino und die deutsche Polizei­wache. Zudem versucht er das Gebäude des Ober­landrats in Brand zu stecken.
Jiří Novák wird am 28. Oktober 1941 festge­nommen und am 20. Juli 1942 vom „Volks­gerichtshof” wegen „landes­verrä­terischer Feind­begünsti­gung, Vorbe­reitung zum Hoch­verrat, uner­laubten Waf­fen­besitzes, Sabota­ge und Errich­tung eines Schwarz­sen­ders” zum Tode verurteilt. Die Todes­strafe wird auch mit § 3 der „Volks­schädlings­verordnung” begründet und der vermeint­lichen Schädigung der „Wider­stands­kraft des deutschen Volkes”.
Drei Monate später, am 20. Oktober 1942, wird Jiří Novák im Alter von 20 Jahren im Straf­gefängnis Berlin-Plötzen­see ermordet.

Dokumente

Gefangenenkarte des Strafgefängnisses Plötzensee von Jiří Novák

Landesarchiv Berlin A Rep 369 Kartei

Anklage des „Volksgerichtshofs” gegen Jiří Novák vom 30. April 1942

Bundesarchiv R 3017/13255

Urteil des „Volksgerichtshofs” gegen Jiří Novák vom 20. Juli 1942

Bundesarchiv R 3017/13255

Sterbeurkunde von Jiří Novák vom 21. Oktober 1942

Ancestry, Archiv zur Ahnenforschung

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