Václav Novotný

14. September 1886, Cherschin (Chržín) – 8. September 1943
Václav Novotný

Erkennungsdienstliche Aufnahme von Václav Novotný, 1942

Archiv des Sicherheitsdienstes Prag (ABS) 141-343-3

Václav Novotný wird am 14. September 1886 als Sohn eines Landwirts in Cherschin (Chržín) geboren. Er wird Lehrer und leitet zuletzt als Rektor eine Haupt­schule. 1914 wird er zum Militärdienst in die öster­reichisch-un­garische Armee eingezogen, kommt aber letztlich nicht an die Front. Er ist Mitglied der patri­otisch geprägten Turnervereini­gung Sokol sowie der reformistischen Tschechoslo­wakischen National-Sozialen Partei (ab 1926: Sozialistische Partei, ČSS) von Edvard Beneš.
Nach der Besetzung der böhmischen Länder durch die Wehrmacht schließt er sich dem Widerstand gegen das NS-Besatzungsregime an. Er arbeitet in der Sokol-Organisation mit und unterstützt nach deren endgülti­gem Verbot im Oktober 1941 notleidende Hinterbliebene von festgenommenen und ermordeten Funktionären.
Wie zahlreiche andere vormalige Mitglieder wird Václav Novotný Anfang November 1942 – nach dem Attentat auf den stellvertretenden „Reichsprotektor in Böhmen und Mähren” Reinhard Heydrich vom 27. Mai 1942 – fest­genommen. Er wird am 5. August 1943 vom 5. Senat des „Volksgerichtshofs” zusammen mit sieben weiteren An­geklagten zum Tode verurteilt und am 8. September 1943 während der sogenannten Blutnächte im Strafgefängnis Berlin-Plötzensee ermordet.

Dokumente

Gefangenenkarte des Strafgefängnisses Plötzensee von Václav Novotný

Landesarchiv Berlin A Rep 369 Kartei

Organigramm des Kreiskommandos IV der Sokol-Organisation in Böhmen, Ende 1942

Archiv des Sicherheitsdienstes Prag (ABS) 141-343-1

Urteil des „Volksgerichtshofs” gegen Gustav Andres und andere vom 5. August 1943

Archiv des Sicherheitsdienstes Prag (ABS) 141-343-1

Mitteilung über die Hinrichtung von Václav Novotný, 14. September 1943

Archiv des Sicherheitsdienstes Prag (ABS) 141-343-18

Bericht über die vom 7. bis 10. Septem­ber 1943 im Strafgefängnis Plötzensee vollstreckten Todesurteile, 17. September 1943

Bundesarchiv R 3001/25019

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