Bronisław Pała

21. Februar 1895, Zawiercie – 12. Mai 1942
Bronisław Pała

Erkennungsdienstliche Aufnahme der Gestapo von Bronisław Pała

Bundesarchiv R 3017/15243

Bronisław Pała besucht von 1909 bis 1912 die Volks­schule in Zawiercie. In Włocławek erlernt er den Beruf des Bäckers. 1917 wird er zur Armee eingezogen und 1921 aus dem polnischen Heer entlassen. Für seinen Einsatz im polnisch-sowjetischen Krieg 1919/20 wird ihm das polnische Unabhängigkeits­kreuz verliehen.
Er arbeitet in einer Spinnerei und bis 1926 als Bäcker­geselle. Seit 1929 ist Bronisław Pała in der Stadt­verwal­tung Zawiercie beschäftigt, ab 1938 als Schuldiener der Hultschinski-Schule in Zawiercie.
Nach der Besetzung Polens durch die deutsche Wehr­macht schließt sich Bronisław Pała der nationalen Wider­stands­bewegung an und stellt wiederholt Räume für Treffen der Widerstands­kämpfer zur Verfü­gung, versteckt Waffen und verbreitet mit Hilfe seiner Tochter Genowefa ausländische Rundfunkmel­dungen.
Bronisław Pała wird am 11. Juni 1940 festgenommen, am 9. Januar 1942 vom „Volks­gerichtshof” wegen „Vorberei­tung zum Hoch­verrat” zum Tode verurteilt und am 12. Mai 1942 im Strafgefängnis Plötzensee ermordet.

Dokumente

Gefangenenkarte von Bronisław Pała

Landesarchiv Berlin A Rep. 369 Kartei

Anklage des „Volksgerichtshofs” gegen Bronisław Pała und andere vom 19. September 1941

Bundesarchiv R 3017/15243

Todesurteil des „Volksgerichtshofs” gegen Bronisław Pała und andere vom 9. Januar 1942

Bundesarchiv R 3017/15243

Todesurteil!
Warthenau o/S den 21 Januar 1942

Genowefa Pala
Warthenau o/S Spinnereistr. 9
bei Maria Biala


An das
Amt für Gnadensachen
Berlin W. 8
Voßstr. 4.


Betr.: Begnadigung meines Vaters Bronislaus Pala

Mein Vater, Bronislaus Pala wurde im Januar ds. J. vom Hohen Volksgericht zum Tode verurteilt. Ich als Tochter bitte in meinem und im Namen meiner unmündiger Geschwister um Begnadigung meines Vaters. Nach Festnahme meines Vaters und meiner Mutter blieben ohne irgendeinen Unterhalt außer mir (geboren 25.XI.1923) noch meine Schwester, geb. 4.IV.1925 und mein Bruder, geb. 14.XII.1927 zurück und seit dieser Zeit müssen wir fremde Mildtätigkeit in Anspruch nehmen, um unser kümmerliches Dasein zu fristen. Ohne viel Vorstellungsvermögen kann man sich vorstellen, in welchem Jammer wir seit der Festnahme der Eltern leben müssen.
Hören Sie den Schrei der Kinder nach ihrem Vater und schenken Sie ihn uns wieder!
Lassen Sie Gnade vor Recht walten!
In unerschütterlicher Zuversicht auf die Begnadigung meines Vaters, zeichne ich
Hochachtungsvoll
Genowefa Pala

Gnadengesuch der Tochter von Bronisław Pała vom 21. Januar 1942

Bundesarchiv R 3017/15243

Sterbeurkunde von Bronisław Pała vom 12. Mai 1942

Ancestry, Archiv zur Ahnenforschung

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