Karl Palmer

2. Februar 1878, Weingarten – 30. Mai 1940
Karl Palmer erlernt den Beruf eines Maschinenbauers, qualifiziert sich zum Werkmeister und Maschinen­techniker und arbeitet in verschiedenen Ländern. 1903 tritt er in in Colombo der Labour Party bei, nach seiner Rückkehr nach Deutschland 1908 der SPD. Bis 1919 ist er unter anderem beim Norddeutschen Lloyd tätig.
Von 1927 bis 1933 ist Palmer Kreisvorsitzender der SPD in Berlin-Steglitz. Noch im März 1933 kandidiert er zu den Wahlen zur Stadtverordnetenversammlung.
Nach der nationalsozialistischen Machtübernahme ermittelt die Gestapo gegen ihn, das Verfahren wird jedoch am 25. September 1934 mangels Beweisen eingestellt. Karl Palmer wird schließlich V-Mann der Gestapo, berichtet über sozialdemokratische Wider­standsaktivitäten und informiert die Gestapo über Interna aus der Führung des militärischen Apparats der kommu­nistischen Partei in Prag.
Karl Palmer entzieht sich später einer weiteren Mitarbeit und beginnt, mit dem tschecho­slowakischen Nach­richten­dienst zusammenzuarbeiten. Gemeinsam mit Erwin Auchter und Wilhelm Kox übermittelt Palmer geheime militärische Informationen.
Er wird deshalb im Februar 1939 von der Gestapo festgenommen, am 9. März 1940 zusammen mit Erwin Auchter vom 2. Senat des „Volksgerichtshofes” zum Tode verurteilt und am 30. Mai 1940 in Plötzensee ermordet.

Dokumente

Gefangenenkarte Karl Palmer

Landesarchiv Berlin A Rep 369 Kartei

Urteil des „Volksgerichtshofs” gegen Erwin Auchter und Karl Palmer, 9. März 1940

Bundesarchiv R 3017/28169

Bekanntmachung der Vollstreckung des Todesurteils gegen Erwin Auchter und Karl Palmer, 30. Mai 1940

Bundesarchiv Plakate 3/1/3

Verfügung betreffend die Vollstreckung des Todesurteils gegen Karl Palmer, 28. Mai 1941

Bundesarchiv R 3017/28166

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