Leon Panasewicz
Nach 1918 ist er polnischer Staatsbürger. Von Beruf Klempner, engagiert er sich im Nachkriegspolen in der Kommunistischen Partei und wird vom polnischen Staat wegen seiner Gesinnung verfolgt und mehrfach inhaf­tiert.
Im September 1939 dient er als Unteroffizier in der polnischen Armee und nimmt an den Kämpfen gegen die deutsche Wehrmacht teil. Er gerät in Kriegsgefangen­schaft und wird als Zwangsarbeiter zur Landarbeit in Ostpreußen eingesetzt. Mehrfach versucht er zu fliehen. Ab Juni 1941 arbeitet er als Zwangsarbeiter im Flugzeug­bau der Firma Blohm & Voß in Hamburg.
Panasewicz diskutiert mit deutschen und ausländischen Arbeitern die Kriegslage, betont dabei die Stärke der Roten Armee und warnt nach den alliierten Bombenan­griffen auf deutsche Städte vor den Folgen des Krieges für die deutsche Zivilbevölkerung.
Panasewicz wird denunziert und am 29. April 1942 festgenommen. Am 19. August 1942 wird er vom 2. Senat des „Volksgerichtshofs” zum Tode verurteilt und am 15. Oktober 1942 im Strafgefängnis Plötzensee ermordet.
Dokumente
Gefangenenkarte von Leon Panasewicz
Landesarchiv Berlin A Rep. 369 Kartei
Anklage des „Volksgerichtshofs” gegen Leon Panasewicz und andere vom 17. Juni 1942
Bundesarchiv R 3017/13419
Todesurteil des „Volksgerichtshofs” gegen Leon Panasewicz und andere vom 19. August 1942
Bundesarchiv R 3017/13419
Panasewicz, Leon
An den Herrn Reichsminister der Justiz in Berlin
Am 19. August ds. Jahres bin ich vom Volksgericht wegen Hochverrats zum Tode verurteilt worden. Ich bereue jetzt meine Straftat sehr. Ich hatte nicht die Absicht, Deutschland zu schädigen, ich habe ohne Überlegung gehandelt. Ich bitte deshalb, noch einmal Gnade walten zu lassen. Ich verspreche, mich in Zukunft stets gut zu führen und mir die größte Mühe zu geben, durch besonders fleißige Arbeit das, was ich getan habe, wiedergutzumachen, soweit dieses möglich ist. Ich bitte den Herrn Reichsminister, auch mit Rücksicht auf meine Eltern und meine 3 Brüder, die durch die Vollstreckung des Urteils in Schande kommen würden, diese schwere Strafe im Gnadenwege in eine längere Freiheitsstrafe umzuwandeln.
Leon Panasewicz
Handschriftliches Gnadengesuch von Leon Panasewicz vom 16. September 1942
Bundesarchiv R 3017/13419
Vollstreckungsmeldung des Todesurteils an Leon Panasewicz vom 15. Oktober 1942
Bundesarchiv R 3017/13419

























