Leon Panasewicz

15. Mai 1912, Różany/Kreis Wołkowysk (Waukawysk) – 15. Oktober 1942
Leon Panasewicz

Erkennungsdienstliche Aufnahme von Leon Panasewicz, 1942

Bundesarchiv R 3017/13419

Leon Panasewicz wird am 15. Mai 1912 in Różany im Kreis Wołko­wysk in Galizien geboren.
Nach 1918 ist er polni­scher Staats­bürger. Von Beruf Klempner, engagiert er sich im Nach­kriegs­polen in der Kommu­nis­tischen Partei und wird vom polnischen Staat wegen seiner Gesin­nung ver­folgt und mehr­fach inhaf­tiert.
Im September 1939 dient er als Unter­offizier in der polnischen Armee und nimmt an den Kämpfen ge­gen die deutsche Wehr­macht teil. Er gerät in Kriegs­gefangen­schaft und wird als Zwangs­arbeiter zur Land­arbeit in Ost­preußen eingesetzt. Mehrfach versucht er zu fliehen. Ab Juni 1941 arbeitet er als Zwangs­arbeiter im Flug­zeug­bau der Firma Blohm & Voß in Hamburg.
Panasewicz diskutiert mit deutschen und auslän­dischen Arbeitern die Kriegs­lage, betont dabei die Stär­ke der Roten Armee und warnt nach den alliierten Bom­benan­griffen auf deutsche Städte vor den Fol­gen des Krieges für die deutsche Zivil­bevölkerung.
Panasewicz wird denun­ziert und am 29. April 1942 festge­nommen. Am 19. August 1942 wird er vom 2. Senat des „Volks­gerichts­hofs” zum Tode verur­teilt und am 15. Oktober 1942 im Straf­gefängnis Plötzen­see ermordet.

Dokumente

Gefangenenkarte von Leon Panasewicz

Landesarchiv Berlin A Rep. 369 Kartei

Anklage des „Volksgerichtshofs” gegen Leon Panasewicz und andere vom 17. Juni 1942

Bundesarchiv R 3017/13419

Todesurteil des „Volksgerichtshofs” gegen Leon Panasewicz und andere vom 19. August 1942

Bundesarchiv R 3017/13419

Berlin-Plötzensee, den 16. September 1942.
Panasewicz, Leon

An den Herrn Reichsminister der Justiz in Berlin

Am 19. August ds. Jahres bin ich vom Volksgericht wegen Hochverrats zum Tode verurteilt worden. Ich bereue jetzt meine Straftat sehr. Ich hatte nicht die Absicht, Deutschland zu schädigen, ich habe ohne Überlegung gehandelt. Ich bitte deshalb, noch einmal Gnade walten zu lassen. Ich verspreche, mich in Zukunft stets gut zu führen und mir die größte Mühe zu geben, durch besonders fleißige Arbeit das, was ich getan habe, wiedergutzumachen, soweit dieses möglich ist. Ich bitte den Herrn Reichsminister, auch mit Rücksicht auf meine Eltern und meine 3 Brüder, die durch die Vollstreckung des Urteils in Schande kommen würden, diese schwere Strafe im Gnadenwege in eine längere Freiheitsstrafe umzuwandeln.
Leon Panasewicz

Handschriftliches Gnadengesuch von Leon Panasewicz vom 16. September 1942

Bundesarchiv R 3017/13419

Vollstreckungsmeldung des Todesurteils an Leon Panasewicz vom 15. Oktober 1942

Bundesarchiv R 3017/13419

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