Richard Parsch

4. März 1902, Seidenberg/Lauban (Zawidów/Lubań) – 12. Juni 1942
Richard Parsch

Erkennungsdienstliches Foto von Richard Parsch, 1942

Bundesarchiv R 3017/40564

Richard Parsch meldet sich 1917 freiwil­lig zur österrei­chischen Marine und nimmt am Ersten Weltkrieg teil, 1919 beteiligt er sich in einem Freikorps an den Kämpfen gegen die Sparta­kisten. Nach mehreren Ortswechseln leistet er seinen Militärdienst in der Tschecho­slowaki­schen Armee und geht anschließend zur franzö­sischen Fremdenlegion. Er ist tsche­choslo­wakischer Staatsange­höriger und gehört zur deutschen Minderheit. 1926 siedelt er sich in Sternberg/Sudeten an und betätigt sich als Wahrsager und Kartenleger.
1934 trifft er Franz Manlig wieder, einen sudetendeut­schen Bekannten, der als V-Mann für die deutsche Ab­wehr tätig ist. Richard Parsch lässt dies den tschechi­schen Nach­richten­dienst wissen, was die Verurteilung Manligs wegen Militär­verrats im April 1937 zur Folge hat. Zugleich unternimmt Parsch 1936 für den tschechischen Nach­richten­dienst Erkundungs­reisen auf reichs­deutscher Seite. Anfang April 1936 wird er beim Versuch, Kontakt mit der Gestapo herzu­stellen, festgenommen und Anfang August 1936 aus Deutschland ausgewiesen.
Nach der Annexion der Sudeten und der Besetzung der böhmischen Länder durch die Wehrmacht wird Richard Parsch am 29. April 1939 festgenom­men, am 3. März 1942 vom „Volksge­richtshof” wegen „Landesverrats” zum Tode verurteilt und am 12. Juni 1942 im Strafgefängnis Plötzensee ermordet.

Dokumente

Gefangenenkarte des Strafgefängnisses Plötzensee von Richard Parsch

Landesarchiv Berlin A Rep 369 Kartei

Urteil des „Volksgerichtshofs” gegen Richard Parsch vom 3. März 1942

Bundesarchiv R 3017/13465

Anordnung des Reichsjustizministers zur Urteilsvollstreckung gegen Richard Parsch vom 29. Mai 1942

Bundesarchiv R 3017/40564

Sterbeurkunde von Richard Parsch vom 12. Juni 1942

Ancestry, Archiv zur Ahnenforschung

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