Ernst Patz

11. Oktober 1903, Karbitz (Chabařovice) – 29. März 1943
Ernst Patz

Erkennungsdienstliche Aufnahme von Ernst Patz

Archiv des Sicherheitsdienstes Prag (ABS) 141-515-4

Ernst Patz ist Verschie­ber bei der Deutschen Reichs­bahn und lebt mit Frau und Kind in Aussig-Prödlitz (Ústí nad Labem). Seit 1936 gehört er der Kom­munis­tischen Partei der Tsche­choslowakei (KPČ) und seit 1937 der kommu­nistischen Or­ganisation „Soli­darität” an, deren örtlicher Vorsit­zender er ist.
Nach der Annexion des tschecho­slowa­kischen Sudeten­gebiets durch das Deut­sche Reich und der Besetzung des übrigen Gebiets Tsche­chiens durch die Wehrmacht im März 1939 erlangt er im Juli 1941 Kenntnis vom Bestehen einer ille­galen Organi­sation der KPČ. Von Heinrich Lindner wird er mit dem Aufbau einer Orts­gruppe betraut. Als Gebiets­leiter wirbt er neue Mitglieder an und ist unter anderem an der Herstel­lung von Flug­blättern beteiligt, die über die mili­tärische Lage im Osten informieren und Richt­linien für Sa­botage­akte enthalten.
Er wird Ende November 1941 festge­nommen und zu­sammen mit Heinrich Lindners Tochter Herta und vier weiteren Ange­klagten am 23. Oktober 1942 vom „Volks­gerichts­hof” wegen „Vorbe­reitung zum Hoch­verrat” zum Tode verur­teilt. Ernst Patz wird am 29. März 1943 im Alter von 39 Jahren in Plötzensee ermordet.

Dokumente

Gefangenenkarte des Strafgefängnisses Plötzensee von Ernst Patz

Landesarchiv Berlin A Rep 369 Kartei

Anklageschrift des „Volksgerichtshofs” gegen Franz Müller und andere vom 3. September 1942

Archiv des Sicherheitsdienstes Prag (ABS) 141-516-1

Urteil des „Volksgerichtshofs” gegen Franz Müller und andere vom 23. November 1942

Archiv des Sicherheitsdienstes Prag (ABS) 141-516-1

Sterbeurkunde von Ernst Patz vom 30. März 1943

Ancestry, Archiv zur Ahnenforschung

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