Walter Peres

31. Oktober 1902, Reichenberg (Liberec) – 12. Mai 1942
Der Sohn des jüdischen Rechtsanwalts Dr. Emil Peres ist Fremdsprachenkorrespondent und Buchhalter bei der Exportfirma Schindler & Co. in Gablonz (Jablonec). 1920 siedelt er zum Stammhaus der Firma nach London über. Ab 1927 arbeitet Walter Peres als freier Journalist bei ver­schiedenen britischen Tages­zeitungen, ab 1931 als Kor­respondent des „Daily Express”. Im Sommer 1938 zieht er nach Prag und berichtet von dort für den „Daily Express”.
Nach der Besetzung der böhmischen Länder durch die Wehrmacht geht er im April 1939 nach Budapest und leitet vom neu gegrün­deten „Balkanbüro” des „Daily Express” zusammen mit einem britischem Kollegen Informationen aus dem „Protektorat” weiter. Diese, unter anderem auch von seiner Lebens­gefährtin Luisa Reich­mann zusammen­getragen, werden zur Exilregie­rung nach London und ins westliche Ausland über­mittelt.
Walter Peres ist in Budapest unter anderem in Kontakt mit dem Agenten des französischen Nach­richten­dienstes Miloš Bondy senior – der zweiten wichtigen Nachrich­tenverbindung –, Hugo Vávra sowie dem Netzwerk der mili­tärischen Wider­:stands­organisation Obrana Národa (ON – Vertei­digung der Nation).
Am 27. Juni 1940 wird Walter Peres von der ungarischen Polizei festgenommen und an Deutschland ausgeliefert. Der „Volks­gerichtshof” verurteilt ihn am 14. Januar 1942 zusammen mit Otakar Doležal wegen „Landes­verrat, Feindbegüns­tigung und Hochverrat” zum Tode, beide werden am 12. Mai 1942 im Straf­gefängnis Berlin Plötzensee er­mordet.
Luisa Reichmann wird ebenfalls zum Tode verurteilt und am 18. Dezember 1942 in Plötzensee ermordet.

Dokumente

Gefangenenkarte des Strafgefängnisses Plötzensee von Walter Peres

Landesarchiv Berlin A Rep 369 Kartei

Urteil des „Volksgerichtshofs” gegen Otakar Doležal und Walter Peres vom 14. Januar 1942

Bundesarchiv R 3017/9408

Sterbeurkunde von Walter Peres vom 12. Mai 1942

Ancestry, Archiv zur Ahnenforschung

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