Viktor Picek
Viktor Picek schließt sich einer Widerstandsorganisation an, die Informationen aus dem „Protektorat Böhmen und Mähren” per Funk in die UdSSR übermittelt. Auf Initiative seines Kollegen Jaroslav Žák hin beschafft er im Früh­jahr 1941 als Angestellter der „Protektoratsbahnen” Ab­schriften aus dem Fahrtenbuch von durchfahrenden Wehrmachtstransporten.
Nach seiner Festnahme wird er am 22. Mai 1942 zusammen mit Jaroslav Žák sowie acht weiteren Angeklagten vom „Volksgerichtshof” wegen „Vorbereitung zum Hochverrat, Feindbegünstigung und Beihilfe zum Landesverrat” zum Tode verurteilt.
Viktor Picek stirbt am 25. Juni 1942 während der Haft im Strafgefängnis Berlin-Plötzensee.
Dokumente
Gefangenenkarte des Strafgefängnisses Plötzensee von Viktor Picek
Landesarchiv Berlin A Rep 369 Kartei
Urteil des „Volksgerichtshofs“ gegen Viktor Picek und weitere Personen vom 22. Mai 1942
Bundesarchiv R 3017/19214
Viktor Picek
An den I. Senat des Volksgerichtshofs in Berlin
Ich wurde am 22. Mai 1942 vor dem I. Senat des Volksgerichtshofs in Berlin zum Tode verurteilt.
Jetzt bitte ich höflichst um die Gnade. Wenn ich meinen Straftat gemacht habe, war ich mir wahrhaftig nicht bewust, daß ich etwas gegen das Reich unternehme. Ich habe es wirklich aus reiner Kammeradschaft gemacht. Ich wußte auch nicht, daß es ein Staatsgeheimnis ist; ich wußte nur, daß es eine Dienstsache ist.
Ich weiß, daß ich sehr leichtsinnig war, aber keinerfalls wollte ich etwas gegen Deutschland unternehmen. Ich bitte um die Gnade nicht nur für mich, sondern auch für meine gute, arme Mutter. Wenn der Urteil ausgeführt wird, so wird es auch ihr Tod sein.
Ich bin schwer krank; ich habe ofene Tuberkulose. So weiß ich nicht, wie lange ich auch sonst auf dieser Erde wäre. Aber das wäre doch etwas anderes für meine Eltern und auch für mich, wenn ich mit natürlichem Tode - auf meine Krankheit - sterben werde.
Ich bitte um Barmherzigkeit, ich bitte noch einmal um Begnädigung. Ich bitte, daß meine Strafe in Zuchthausstrafe gemildert wird.
Strafgefangene
Viktor Picek.
Gnadengesuch von Viktor Picek vom 28. Mai 1942
Archiv des Sicherheitsdienstes Prag (ABS) 141-462-11
Mitteilung des Strafgefängnisses Plötzensee über Tod von Viktor Picek vom 25. Juni 1942
Archiv des Sicherheitsdienstes Prag (ABS) 141-462-4
Sterbeurkunde von Victor Picek vom 26. Juni 1942
Ancestry, Archiv zur Ahnenforschung





































































