Josef Picko

24. Mai 1900, Wildenschwert (Ústí nad Orlicí) – 7. September 1943
Josef Picko ist als Kanzleibeamter in einem Textilwerk bei Wildenschwert (Ústí nad Orlicí) tätig. 1936 wird er entlassen und bezieht fortan Invalidenrente. Er ist ge­werkschaftlich organi­siert und gehört seit 1935 dem Bund der Freunde der Sowjet­union an.
Nach der Beset­zung der böhmischen Länder durch die Wehrmacht schließt er sich im September 1939 der illegalen Gruppe der Kommunistisch­en Partei der Tsche­choslo­wakei (KPČ) im Bezirk Wilden­schwert an, für die er unter anderem Flugschriften herstellt.
Am 27. November 1940 wird Josef Picko von der Ge­stapo festgenommen. Am 26. November 1942 verurteilt der „Volksgerichtshof” ihn zusammen mit Josef Kovář, Alois Blaška, Ladislav Lochman und Ladislav Slezák we­gen „Vorbereitung zum Hochverrat” zum Tode.
Im Januar 1943 beantragt Josef Pickos Verteidiger die Aussetzung der Ur­teilsvollstreckung, weil dieser von 1935 bis 1937 an einer Geisteskrankheit gelitten haben soll, im Februar wird seine Übersendung für sechs Wochen in die Wittenauer Heilstätten zur Beo­bachtung seines Geistes­zustands bewilligt.
Ein nervenfachärztliches Gutachten des Ärztlichen Di­rektors vom 24. Mai 1943 diagnostiziert eine Haftpsy­chose „als Folge des [...] Verfahrens”, zum Tatzeit­punkt habe der Angeklagte jedoch „bewusst logisch und ziel­sicher gehandelt”. Josef Picko wird am 7. September 1943 während der sogenannten Blutnächte in Berlin-Plötzensee ermordet.

Dokumente

Gefangenenkarte des Strafgefängnisses Plötzensee von Josef Picko

Landesarchiv Berlin A Rep 369 Kartei

Anklageschrift des „Volksgerichtshofs” gegen Josef Kovář und andere vom 11. September 1942

Archiv des Sicherheitsdienstes Prag (ABS) 141-520-1

Urteil des „Volksgerichtshofs” gegen Josef Kovář und andere vom 26. November 1942

Archiv des Sicherheitsdienstes Prag (ABS) 141-520-9

Telegramm mit Anordnung der Überprüfung der Erkrankung von Josef Picko, 11. Januar 1943

Archiv des Sicherheitsdienstes Prag (ABS) 141-520-2

Sterbeurkunde von Josef Picko vom 9. September 1943

Ancestry, Archiv zur Ahnenforschung

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