Sofie Pitkowski

17. Oktober 1904, Mariampol (Marijampolė) – 27. März 1942
Sofie Mura­jowa kommt als Tochter einer Deutschen und eines russi­schen Offi­ziers zur Welt und wird mit der Unab­hängig­keit Litauens 1918 litau­ische Staats­bür­gerin. Von 1923 bis 1932 ist sie mit einem Kraft­fahrer verhei­ratet. Ab 1926 lässt sie sich zur Kran­ken­pflegerin ausbil­den.
1932 zieht Sofie Pit­kowski nach Kowno (Kaunas) und arbeitet im dortigen Stadt­kran­ken­haus. Nach der Beset­zung Litauens durch sowje­tische Truppen im Juni 1940 wechselt sie in die Uni­versi­täts­klinik.
Im September 1940 lässt sie sich für den sowje­tischen Nach­richten­dienst anwer­ben und sagt zu, nach Deutsch­land umzu­siedeln und aus einem Laza­rett militä­rische Infor­mationen zu liefern. Sie stellt als „Volks­deutsche” einen Ein­bürge­rungs­antrag und wird am 28. Februar 1941 in ein „Umsied­lungs­lager” in Neiden­burg (Ost­preußen) gebracht. Am 1. Mai 1941 wird sie festge­nommen.
Sofie Pit­kowski wird am 14. Januar 1942 vom 3. Senat des Reichs­kriegs­gerichts wegen „Landes­verrats” und der „Aus­spähung von Staats­geheim­nissen” zum Tode verur­teilt. Obwohl sie noch keine Infor­ma­tionen sammeln konnte, habe sie sich „allein durch die Verschweigung ihrer Bezie­hungen zum russischen Nach­richten­dienst des Lan­des­verrats schuldig” gemacht.
Sofie Pit­kowski wird am 27. März 1942 im Strafge­fängnis Berlin-Plötzen­see ermordet.

Dokumente

Gefangenenkarte von Sofie Pitkowski

Landesarchiv Berlin A Rep. 369 Kartei

Auszug aus dem Register des Reichs­kriegsgerichts mit dem Eintrag zu Sofie Pitkowski

Militärhistorisches Archiv, Prag 39/14.9

Sterbeurkunde von Sofie Pitkowski vom 27. März 1942

Ancestry, Archiv zur Ahnenforschung

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