Johann Plesinski

15. Juni 1892, Minska Wola – 7. September 1943
Johann Plesinski

Erkennungsdienstliche Aufnahme von Johann Plesinski, 1942

Bundesarchiv R 3017/48571

Johann Plesinski wird am 15. Juni 1892 in Minska Wola geboren. Seit 1908 ist er als Wanderarbeiter in ver­schiedenen Gegenden Deutschlands tätig. 1923 siedelt er nach Frankreich über, wo er als Fabrika­rbeiter in Argenteuil in der Nähe von Paris arbeitet. 1937 lebt er für mehrere Monate in Spanien, kehrt dann jedoch nach Frankreich zurück. Seit Anfang der 1930er Jahre gehört er der polnischen Sektion der Kommunistischen Partei Frankreichs (KPF) an und ist auch nach deren Verbot 1939 illegal politisch tätig.
Im Frühjahr 1941 meldet er sich für den Arbeitseinsatz in Deutschland und kommt als „Zivilarbeiter” nach Hamburg, wo er als Motorenwärter arbeitet. Johann Plesinski wird am 5. Januar 1942 fest­genommen. Im März 1942 werden auch Anton Giemza und Jan Szałański, ebenfalls polnische „Zivilarbeiter”, in Haft genommen. Die drei Männer werden beschuldigt, unter französischen und polnischen „Zivilarbeitern“ für den Kommunismus geworben, aus Frankreich eingeführtes kommunistisches Propagandamaterial verlesen und weitergegeben zu haben. Plesinski soll zudem im Auftrag der illegalen KPF versucht haben, Kontakte zu deutschen Kommunisten aufzubauen.
Sie werden am 27. April 1943 vor dem „Volksgerichtshof” angeklagt und am 11. Juni 1943 wegen „Vorbereitung zum Hochverrat in Verbindung mit landesverräterischer Feindbegünstigung” zum Tode verurteilt.
Johann Plesinski und Anton Giemza gehören zu der ersten Gruppe von acht Männern, die im Rahmen der sogenannten Blutnächte am 7. September 1943 um 19.30 Uhr im Strafgefängnis Plötzensee erhängt werden. Jan Szałański wird am selben Abend um 21.45 Uhr ermordet.

Dokumente

Gefangenenkarte von Johann Plesinski

Landesarchiv Berlin A Rep. 369 Kartei

Anklage des „Volksgerichtshofs” gegen Johann Plesinski, Anton Giemza und Jan Szałański vom 27. April 1943

Bundesarchiv R 3017/13684

Urteil des „Volksgerichtshofs” gegen Johann Plesinski, Anton Giemza und Jan Szałański vom 11. Juni 1943

Bundesarchiv R 3017/13684

Stellungnahme der Geheimen Staatspolizei im Gnadenverfahren von Johann Plesinski, Anton Giemza und Jan Szałański, 6. Juli 1943

Bundesarchiv R 3017/48571

Sterbeurkunde von Johann Plesinski vom 9. September 1943

Ancestry, Archiv zur Ahnenforschung

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