František Pliml

26. Oktober 1890, Tismitz (Tismice) – 3. November 1942
Der Sohn eines Ziegelei­meisters arbeitet nach der Schul­entlassung ebenfalls in einer Ziegelei und anschließend in der Land­wirtschaft. Von 1911 bis 1918 dient er in der öster­reichischen Armee und nimmt am Ersten Welt­krieg teil. Danach ist er als Bau­arbeiter und ab 1923 in der Pulver­fabrik Explosia in Semtin bei Pardubitz als Arbeiter tätig. Er ist Mitglied der Vereini­gung der Facharbeiter der volks­sozialistischen Partei von Edvard Beneš, ohne Partei­mitglied zu sein.
Nach der Besetzung der böhmischen Länder durch die Wehrmacht und dem deutschen Überfall auf Polen ist die Pulver­fabrik Rüstungs­betrieb. Auf seinem Rund­funkgerät hört František Pliml abends ab und zu die tschechischen Nachrichten des Londoner Senders ab, in denen die tschechischen Arbeiter dazu aufgerufen werden, die deutsche Kriegs­erzeugung durch Sabotage­hand­lungen zu schädigen. Im April 1942 versucht er mehrmals erfolglos, dem in seiner Arbeits­stätte hergestellten Schießpul­ver Fremdkörper beizumischen, um auf diese Weise die Walzen unbrauchbar zu machen.
Er wird am 17. April 1942 festge­nommen, am 20. Juli 1942 vom „Volks­gerichtshof“ wegen „schwerer Wehrmit­telbeschä­digung, Sabotage, landes­verräterischer Feindbe­günstigung und unbefugten Abhörens eines Feindsen­ders“ zum Tode verurteilt und am 3. November 1942 im Straf­gefängnis Plötzensee ermordet.

Dokumente

Gefangenenkarte des Strafgefängnisses Plötzensee von František Pliml

Landesarchiv Berlin A Rep 369 Kartei

Anklage des „Volksgerichtshofs“ gegen František Pliml vom 27. Juni 1942

Bundesarchiv R 3017/13689

Urteil des „Volksgerichtshofs“ gegen František Pliml vom 20. Juli 1942

Bundesarchiv R 3017/13689

Bekanntmachung der Hinrichtung von František Pliml im November 1942 in der Pulverfabrik Explosia in Semtin

Bundesarchiv R 3017/13689

Sterbeurkunde von František Pliml vom 4. November 1942

Ancestry, Archiv zur Ahnenforschung

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