Tomáš Podruh
Im Mai 1939 wird Podruh von einem langjährigen Be­kannten aus dem Militär für die Obrana Národa (ON – Verteidigung der Nation) als Kommandeur im Befehls­bereich Brünn-Stadt angeworben. Die Organisation tschechoslowakischer Offiziere, die sich nach der Errichtung des „Protektorats” gebildet hat, versucht unter deutscher Besatzung ein geheimes Heer aufzubauen.
In der Folgezeit teilt Podruh den Kreis Brünn-Stadt in drei Abschnitte und zehn Unterabschnitte auf und besetzt die einzelnen Kommandostellen mit angeworbenen vertrau­enswürdigen Kommandanten. Er hält ständig die Verbin­dung zwischen dem Landeskommando Mähren und den Abschnitten aufrecht, gibt Befehle und Anweisungen weiter und sammelt Berichte über die Stimmung in der Bevölkerung. In Vorbereitung des geplanten bewaffneten Aufstandes gegen die deutsche Besatzung gehören zu seinen Sonderaufgaben auch die Feststellung der in sei­nem Kreis vorhandenen Waffenbestände, Kraftwagen und Rundfunkgeräte sowie die Durchführung kleinerer Störungs- und Sabotageaktionen.
Tomáš Podruh wird am 5. Dezember 1941 vom 1. Senat des „Volksgerichtshofs” wegen „Vorbereitung zum Hoch­verrat” und „Feindbegünstigung” zum Tode verurteilt. Er wird zusammen mit dem ebenfalls in diesem Fall ange­klagten Pavel Ripka am 26. August 1942 im Strafgefäng­nis Berlin-Plötzensee ermordet.
Dokumente
Gefangenenkarte von Tomáš Podruh
Landesarchiv Berlin A Rep 369 Kartei
Urteil des „Volksgerichtshofs” gegen Tomáš Podruh und Pavel Ripka vom 5. Dezember 1941
Archiv des Sicherheitsdienstes Prag (ABS) 141-238-19
Anordnung des Reichsministers der Justiz zur Urteilsvollstreckung gegen Tomáš Podruh und Pavel Ripka vom 11. August 1942
Archiv des Sicherheitsdienstes Prag (ABS) 141-238-21
Bekanntmachung der Vollstreckung der Todesurteile gegen Tomáš Podruh und Pavel Ripka
Archiv des Sicherheitsdienstes Prag (ABS) 141-238-21
Sterbeurkunde von Tomáš Podruh vom 26. August 1942
Ancestry, Archiv zur Ahnenforschung












































