Jaroslav Pohl

28. Februar 1893, Prag – 15. April 1943
Jaroslav Pohl

Erkennungsdienstliche Aufnahme von Jaroslav Pohl, 1940

Bundesarchiv R 3017/14671

Jaroslav Pohl gehört während des Ersten Welt­krieges der Tschecho­slowakischen Legion an, anschließend arbeitet er weiter als Kanzlei­offiziant in Prag.
Nach der Besetzung der böhmischen Länder durch die Wehrmacht schließt er sich der natio­nalen Wider­stands­bewegung an. Im Auftrag des früheren Disponenten der Kredit­anstalt der Legionäre Artur Schwarz kund­schaftet er zusammen mit František Šelepa geeignete Fluchtrou­ten zum Transfer ehemaliger Legionäre ins Ausland aus. Über diese werden bis Mitte Januar 1940 zwei Dutzend ehemalige Piloten und Offiziere der Exil­armee zugeführt.
Er hat zudem Kontakt zu der von Miloš Bondy junior geleiteten Nach­richten­zelle in Prag, die wiederum über umfang­reiche Kontakte aus dem Umkreis der Militär­orga­nisation Obrana Národa (ON – Ver­tei­digung der Nation) verfügt. Hier werden Informa­tionen aus dem „Protektorat” gesammelt und ins Ausland übermittelt.
Nach seiner Festnahme Ende März 1940 wird Jaroslav Pohl am 21. November 1942 vom 1. Senat des „Volks­gerichts­hofs” zusammen mit Artur Schwarz, František Šelepa und elf weiteren Angeklagten wegen „Vor­berei­tung zum Hoch­verrat” zum Tode verur­teilt. Jaroslav Pohl begeht am 15. April 1943 im Straf­gefängnis Berlin-Plötzen­see Suizid.

Dokumente

Gefangenenkarte des Strafgefängnisses Plötzensee von Jaroslav Pohl

Landesarchiv Berlin A Rep 369 Kartei

Anklageschrift des „Volksgerichtshofs“ gegen Artur Schwarz und andere vom 15. Juni 1942

Bundesarchiv R 3017/14671

Urteil des „Volksgerichtshofs” gegen Artur Schwarz und andere vom 21. November 1942

Bundesarchiv R 3017/14671

Sterbeurkunde von Jaroslav Pohl vom 16. April 1943

Ancestry, Archiv zur Ahnenforschung

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