Maurice Polspoel

25. April 1924, Saint-Ouen – 8. September 1943
Der gelernte Mechaniker Maurice Polspoel heiratet im August 1942 und kommt drei Monate später gemeinsam mit seiner Frau als französischer „Zivilarbeiter“ nach Deutschland. In Berlin arbeitet er bis Februar 1943 als Monteur. Seine Frau kehrt aufgrund ihrer Schwanger­schaft nach Frankreich zurück. Am 22. März 1943 legt Polspoel seine Arbeit nieder, da er eine andere Stelle antreten möchte. Das Arbeitsamt genehmigt den Wechsel jedoch nicht.
In der Kastanienallee in Berlin-Prenzlauer Berg entwenden Polspoel und der Franzose Roger Ramousset einer Frau die Handtasche. Das Sondergericht VI bei dem Landgericht Berlin verurteilt beide am 9. August 1943 auf der Grundlage der „Volksschädlingsverordnung“ zum Tode.
Das Opfer des Handtaschenraubes schreibt für Polspoel ein Gnadengesuch, dieses wird jedoch abgelehnt. Der 19-jährige Maurice Polspoel wird am 8. September 1943 während der sogenannten Blutnächte im Strafgefängnis Berlin-Plötzensee ermordet.

Dokumente

Gefangenenkarte von Maurice Polspoel

Landesarchiv Berlin A Rep 369 Kartei

Gnadengesuch von Katharina Grossmann (Opfer des Handta­schenraubes) für Maurice Polspoel, 31. August 1943

Brandenburgisches Landeshauptarchiv Rep 12 C Berlin II 3158/3

Sterbeurkunde von Maurice Polspoel vom 14. September 1943

Ancestry, Archiv zur Ahnenforschung

Mitteilung des Strafgefängnisses Plötzensee über die Hinrichtung von Maurice Polspoel, 15. September 1943

Brandenburgisches Landeshauptarchiv Rep 12 C Berlin II 3158/2

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