Josef Pražák

15. September 1895, Horschitz (Hořice) – 7. September 1943
Josef Pražák arbeitet nach der Volks- und Bürgerschule als Briefträger in Horschitz (Hořice). Er leistet seinen Militärdienst, nimmt am Ersten Weltkrieg teil und tritt in die Tschechoslowakische Legion ein. In Horschitz ist er Schrift­führer und Kassierer im Legionärsverband.
Anfang 1940 gewinnt ihn Pavel Erban für die auftrags­mäßige Herstellung der Zeit­schrift „V boj” („In den Kampf”) – der bedeutends­ten ille­galen Zeitschrift des nichtkommu­nistischen Wider­stands im „Protektorat Böhmen und Mähren” – in Horschitz. Pavel Erban rekrutiert außerdem den Schul­diener František Jaroš. Mit Josef Pražáks Verviel­fälti­gungsapparat reproduzieren sie 20 verschiedene Ausgaben des „V boj” in einer Auf­lage von je 200 Exem­plaren. Ende 1940 vervielfälti­gen sie außerdem die illegale Zeitschrift „Český kurýr”, die von Erban an Adressen in Prag weitergeleitet wird.
Die drei Männer werden Mitte Februar 1942 festgenom­men und vom „Volks­gerichts­hof” am 19. April 1943 wegen „Vorbe­reitung zum Hochverrat” zum Tode verur­teilt. Alle drei werden am 7. September 1943 während der sogenannten Blutnächte in Plötzensee ermordet.

Dokumente

Gefangenenkarte des Strafgefängnisses Plötzensee von Josef Pražak

Landesarchiv Berlin A Rep 369 Kartei

Anklageschrift des „Volks­gerichts­hofs” gegen Pavel Erban und andere vom 17. Februar 1943

Archiv des Sicherheitsdienstes Prag (ABS) 141-287-8

Urteil des „Volks­gerichts­hofs” gegen Pavel Erban und andere vom 19. April 1943

Archiv des Sicherheitsdienstes Prag (ABS) 141-287-8

Bescheid über die Hinrichtung von Josef Pražák auf Anordnung des Reichsjustizministers, 8. Sep­tember 1943

Bundesarchiv R 3017/37409

Sterbeurkunde von Josef Pražák vom 9. September 1943

Ancestry, Archiv zur Ahnenforschung

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