Jan Procházka

12. Dezember 1914, Taus (Domažlice) – 21. April 1943
Jan Procházka

Erkennungsdienstliche Aufnahme von Jan Procházka, 1940

Archiv des Sicherheitsdienstes Prag (ABS) 141-258-10

Jan Procházka wird am 12. Dezember 1914 in Taus geboren, dient als Soldat in der Tschecho­slowakischen Armee und ist Mitglied der Gewerbe- und Agrar­partei. Er arbeitet als selbst­ständiger Schlosser­meister in Taus.
Im September 1939 vergräbt er in seinem Keller mehrere Gewehre, Pistolen und Munition, um sie nicht an die deutschen Behörden abliefern zu müssen. Zur Jahres­wende 1939/40 ist er ebenfalls daran beteiligt, für die Obrana Národa (ON – Vertei­digung der Nation) einen Koffer mit Spreng­stoff in einem Schacht des Tauser Wasser­werks zu verstecken. Die ON ist eine geheime Organisation tschecho­slowa­kischer Offiziere, die sich nach der Errichtung des „Protek­torats Böhmen und Mähren” im Frühjahr 1939 bildet und deren Mitglie­der versuchen, unter deutscher Besatzung ein geheimes Heer aufzubauen. Mit dem Spreng­stoff sollen Sabotage­aktionen durchgeführt werden.
Jan Procházka wird vom 1. Senat des „Volks­gerichtshofs” am 5. November 1942 wegen „Vorbe­reitung zum Hoch­verrat, der landes­verräterischen Feindbe­günstigung und des unerlaubten Unterhaltens von Waffen­lagern” zum Tode verurteilt und am 21. April 1943 im Straf­gefängnis Berlin-Plötzensee ermordet.

Dokumente

Gefangenenkarte von Jan Procházka

Landesarchiv Berlin A Rep 369 Kartei

Urteil des „Volksgerichtshofs” gegen Jan Procházka und weitere Ange­klagte vom 5. November 1942

Bundesarchiv R 3017/8354

Lageskizze aus dem Ermittlungsbericht der Gestapo zum Aufbewahrungsort des Sprengstoffes im Fall gegen Jan Procházka und weitere Männer

Archiv des Sicherheitsdienstes Prag (ABS) 141-274-9

Gnadengesuch von Jan Procházka mit Übersetzung vom 12. November 1942

Archiv des Sicherheitsdienstes Prag (ABS) 141-258-10

Sterbeurkunde von Jan Procházka vom 22. April 1943

Archiv der Masaryk-Universität Brno

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