Olga Prokop
Nach dem deutschen Überfall auf Polen überquert sie Ende Oktober 1939 versteckt in einem Lastwagen die slowakische Grenze, kommt Anfang November nach Ungarn und legt hier ihre Reifeprüfung ab. In einem polnischen Flüchtlingslager lernt sie den Leutnant d. R. Jan Prokop kennen, der im polnischen Konsulat im Nachrichtenbüro des früheren polnischen Generalstabs tätig ist; die beiden heiraten im Februar 1941. Mit ihm will sie über die Türkei nach Palästina, wo er sich der polnischen Legion anschließen will. Mit dem deutschen Überfall auf Jugoslawien ist Olga Prokop die Weiterreise von dort verwehrt, während er wenige Tage zuvor weitergereist war.
Zusammen mit Wiesława Jezierska unterstützt sie in Jagodina die Flüchtlingshilfe und die illegale Weiterreise von Polen und verhilft zwei aus deutscher Kriegsgefangenschaft geflüchteten britischen Offizieren zum Grenzübertritt nach Bulgarien. Dort werden jene und die beiden Frauen festgenommen.
Der 3. Senat des Reichskriegsgerichts verurteilt Olga Prokop und Wiesława Jezierska am 17. Dezember 1942 wegen „Feindbegünstigung” zum Tode.
Olga Prokop wird am 9. März 1943 im Strafgefängnis Berlin-Plötzensee ermordet.
Dokumente
Gefangenenkarte von Olga Prokop
Landesarchiv Berlin A Rep. 369 Kartei
Register des Reichskriegsgerichts mit Erwähnung des Todesurteils gegen Olga Prokop
Militärhistorisches Archiv, Prag 39/14.9
Sterbeurkunde von Olga Prokop vom 11. März 1943
Ancestry, Archiv zur Ahnenforschung





