Olga Prokop

22. Juli 1922, Brody – 9. März 1943
Olga Kamińska kommt als Tochter eines Rechts­anwalts zur Welt und besucht in Katto­witz ein Gym­nasium mit dem Ziel, Chemie zu studieren. Sie gehört den Pfad­findern an.
Nach dem deutschen Über­fall auf Polen über­quert sie Ende Oktober 1939 versteckt in einem Last­wagen die slowa­kische Grenze, kommt Anfang November nach Ungarn und legt hier ihre Reife­prüfung ab. In einem polnischen Flücht­lings­lager lernt sie den Leutnant d. R. Jan Prokop kennen, der im polnischen Konsulat im Nach­richten­büro des früheren polnischen General­stabs tätig ist; die beiden hei­raten im Februar 1941. Mit ihm will sie über die Türkei nach Paläs­tina, wo er sich der polni­schen Legion anschlie­ßen will. Mit dem deutschen Über­fall auf Jugos­lawien ist Olga Prokop die Weiter­reise von dort ver­wehrt, während er wenige Tage zuvor weiter­gereist war.
Zusammen mit Wiesława Jezierska unterstützt sie in Jagodina die Flüchtlingshilfe und die illegale Weiter­reise von Polen und verhilft zwei aus deutscher Kriegs­gefan­gen­schaft geflüchteten britischen Offizieren zum Grenz­übertritt nach Bulgarien. Dort werden jene und die beiden Frauen festge­nommen.
Der 3. Senat des Reichs­kriegs­gerichts verurteilt Olga Prokop und Wiesława Jezierska am 17. Dezember 1942 wegen „Feind­begüns­tigung” zum Tode.
Olga Prokop wird am 9. März 1943 im Straf­gefäng­nis Berlin-Plötzen­see ermordet.

Dokumente

Gefangenenkarte von Olga Prokop

Landesarchiv Berlin A Rep. 369 Kartei

Register des Reichskriegsgerichts mit Erwähnung des Todesurteils gegen Olga Prokop

Militärhistorisches Archiv, Prag 39/14.9

Sterbeurkunde von Olga Prokop vom 11. März 1943

Ancestry, Archiv zur Ahnenforschung

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