Josef Przcybilla

2. November 1896, Hirschfelde/Oppeln (Kaniów/Opole) – 5. Juni 1942
Josef Przcybilla

Passfoto von Josef Przcybilla, 1939

Bundesarchiv R 9361-II/833680

Der Sohn eines Hauptlehrers tritt nach dem Abitur 1914 als Kriegsfreiwilliger in ein Bataillon in Hirschberg ein und kämpft während des Ersten Welt­kriegs an der Ost- und Westfront. Ausge­zeich­net mit dem Eisernen Kreuz I. und II. Klasse, wird er im Oktober 1917 nach einer Verwundung als Leutnant d. R. aus dem Hee­res­dienst entlassen. 1918 heiratet er Julie von Sperber und bewirt­schaftet bis 1927 das Gut der Familie in Prökuls im Kreis Memel (Litauen).
1930 wird er Geschäftsführer des memel­ländischen Kulturbunds sowie der memelländischen Landwirt­schafts­partei und ab Januar 1938 Geschäftsführer des Winter­hilfswerks der Stadt Memel. Seit 1931 ist er Mitglied der NSDAP. Nach der Annexion des Memel­gebiets durch das Deutsche Reich im März 1939 wird Josef Przcybilla Kommissarischer Kreis­amts­leiter der NS-Volkswohlfahrt.
Im Sommer 1930 lässt er sich vom litauischen Nach­rich­ten­dienst anwerben und liefert diesem bis März 1939 regelmäßig Berichte. Am 15. Juli 1940 wird er festgenommen.
Der Vater zweier Söhne wird am 10. Februar 1942 vom „Volks­gerichtshof” wegen „Landes­verrats” zum Tode ver­urteilt und am 5. Juni 1942 im Strafgefängnis Berlin-Plötzensee ermordet.

Dokumente

Gefangenenkarte von Josef Przcybilla

Landesarchiv Berlin A Rep 369 Kartei

Anklage des „Volksgerichtshofs” gegen Josef Przcybilla vom 29. September 1941

Bundesarchiv R 3017/13898

Urteil des „Volksgerichtshofs” gegen Josef Przcybilla vom 10. Februar 1942

Lietuvos Centrinis Valstybės Archyvas/Litauisches Zentrales Staatsarchiv, Vilnius F. 1173 Ap. 3 B. 114

Sterbeurkunde von Josef Przcybilla vom 5. Juni 1942

Ancestry, Archiv zur Ahnenforschung

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