Bohumil Pytlík

13. August 1898, Pilsen (Plzeň) – 20. Mai 1943
Bohumil Pytlík

In einer tschechischen Zeitung abgedrucktes Foto von Bohumil Pytlík aus den 1930er Jahren

Privatbesitz

Bohumil Pytlík wird am 13. August 1898 in Pilsen geboren und macht in den Škoda­werken eine Aus­bildung zum Dre­her. Nach Ende des Ersten Welt­krieges wird er in die neu aufgestellte Tschechoslo­wakische Armee über­nom­men und erreicht bis zur Errichtung des „Pro­tek­torats Böhmen und Mähren“ und der damit verbundenen Auf­lösung des tschecho­slowakischen Heeres im Frühjahr 1939 den Rang des Stabs­kapitäns. Danach ist er als Re­vident bei der Bezirks­behörde in Pilsen tätig.
Pytlík wird im Herbst 1940 für die Obrana Národa (ON – Vertei­digung der Nation) angeworben. Die ON ist eine geheime Organisation tschecho­slowakischer Offiziere, die sich nach der Errichtung des „Pro­tek­torats Böhmen und Mähren” im Frühjahr 1939 gebildet hat und deren Mitglie­der versuchen, unter deutscher Besatzung ein geheimes Heer aufzubauen. Er fertigt Berichte über die Möglich­keiten der Lebens­mittel­versorgung im Bezirk Pilsen sowie über die Art und Anzahl der deutschen Truppen­teile und die Produktion verschiedener Indus­triebetriebe an und ist außerdem an der Anwerbung wei­terer Ver­trau­ensmänner beteiligt.
Bohumil Pytlík wird im Dezember 1940 festge­nommen, am 10. Dezember 1942 vom „Volks­gerichtshof“ wegen „Vorbe­reitung zum Hoch­verrat“ zum Tode verurteilt und am 20. Mai 1943 im Straf­gefängnis Berlin-Plötzensee ermordet.

Dokumente

Gefangenenkarte von Bohumil Pytlík

Landesarchiv Berlin A Rep 369 Kartei

Anklage des „Volksgerichtshofs“ gegen Bohumil Pytlík und weitere Personen vom 3. Oktober 1942

Bundesarchiv R 3001/147001

Urteil des „Volksgerichtshofs“ gegen Bohumil Pytlík und weitere Personen vom 10. Dezember 1942

Bundesarchiv R 3017/14780

Bescheid über die Hinrichtung von Bohumil Pytlík und weiteren Personen an den Reichsjustizminister, 22. Mai 1943

Bundesarchiv R 3001/147001

Sterbeurkunde von Bohumil Pytlík vom 21. Mai 1943

Ancestry, Archiv zur Ahnenforschung

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