Siegfried Rädel
Im Mai 1924 wird er in den Reichstag gewählt, dem er bis bis 1933 angehört. 1931 zieht Rädel nach Berlin, um die Leitung der Abteilung Sozialpolitik beim Zentralkomitee (ZK) der KPD zu übernehmen. Er wird auf dem XII. Partei­tag 1929 als Kandidat ins ZK gewählt, ist seit 1930 Vorsitzender der kommunistischen „Arbeitsgemeinschaft sozialpolitischer Organisationen” (ARSO) und wird Anfang 1933 zum Leiter der illegalen KPD in Sachsen berufen.
Ende 1933 geht er zunächst nach Prag, übernimmt die Betreuung der kommunistischen Emigranten und organisiert den illegalen Grenzverkehr nach Deutschland. Anfang 1935 wird er Emigrationsleiter in der Schweiz.
Siegfried Rädel wird dort am 24. Oktober 1936 festgenommen und nach Frankreich ausgewiesen. Hier gründet er die Sozialvereinigung deutscher politischer Emigranten und organisiert internationale Unter­stützungsarbeit. Bei Kriegsausbruch internieren ihn die französischen Behörden im Lager Le Vernet. Um Rädel zu retten, erteilt ihm die UdSSR im März 1941 die sowjetische Staatsangehörigkeit.
Er soll per Schiff in die Sowjetunion gelangen, doch der deutsche Überfall auf die Sowjetunion verhindert diesen Plan. Trotz eines Einreisevisums für Mexiko, liefert ihn die Regierung Petain-Laval im August 1942 an die Gestapo aus.
Am 25. Februar 1943 verurteilt der „Volksgerichtshof” Siegfried Rädel zum Tode. Er wird am 10. Mai 1943 im Strafgefängnis Berlin-Plötzensee ermordet.
Dokumente
Gefangenenkarte von Siegfried Rädel
Landesarchiv Berlin A Rep 369 Kartei
Anklageschrift gegen Siegfried Rädel, 15. Dezember 1942
Bundesarchiv R 3018/2931
Urteil des „Volksgerichtshofs” gegen Siegfried Rädel, 25. Februar 1943
Bundesarchiv R 3018/2931
Protokoll der Vollstreckung des Todesurteils gegen Siegfried Rädel, 10. Mai 1943
Bundesarchiv R 3018/2931
Sterbeurkunde von Siegfried Rädel vom 11. Mai 1943
Ancestry, Archiv zur Ahnenforschung































