Johann Ratayczak

30. April 1903, Fahren – 30. Juli 1941
Johann Ratayczak wird am 30. April 1903 in Fahren geboren und macht nach dem Besuch der Volksschule eine Lehre als Schlosser in der August Thyssen-Hütte in Duisburg. Im März 1929 reist er zu seiner Schwester nach Frankreich aus und arbeitet bis Mitte 1935 unter anderem in einer Papierfabrik, als Schlosser in Paris und in einer Schiffswerft. In Alfortville bei Paris besucht er einige Male Veran­staltungen der Kommunistischen Partei. Ab Som­mer 1936 ist er bei den Dornier-Werken in Friedrichs­ha­fen in der Leichtmetallverarbeitung tätig.
Seit Juni 1939 erstattet er dem polnischen Nachrichten­dienst Bericht über die mechanischen Einzelheiten der Fabrikation des Flugzeugmusters Do 217 und der Ju 88. Nach Beginn des Zweiten Weltkriegs und der Besetzung Polens durch die deutsche Wehrmacht setzt der pol­nische Nachrichten­dienst seine Tätigkeit von der Schweiz aus fort. Ratayczak gibt in der Folgezeit verschiedenen Ku­rieren Auskunft über die Stärke der Belegschaft seines Betriebes, die Stimmung unter den Arbeiterinnen und Ar­beitern, die Anzahl und Typen der verschiedenen produ­zierten Maschinen und die deutschen Truppen­konzen­trationen im Umkreis.
Dafür wird er im Januar 1940 festgenommen und vom 3. Senat des „Volksgerichtshofs“ am 25. April 1941 wegen „Landesverrats in Tateinheit mit Feindbegünstigung“ zum Tode verurteilt. Johann Ratayczak wird am 30. Juli 1941 im Strafgefängnis Berlin-Plötzensee ermordet.

Dokumente

Gefangenenkarte von Johann Ratayczak

Landesarchiv Berlin A Rep 369 Kartei

Urteil des „Volksgerichtshofs“ gegen Johann Ratayczak vom 25. April 1941

Bundesarchiv R 3017/13988

Bericht der Untersuchungshaftanstalt Stuttgart zum Selbstmordversuch von Johann Ratayczak vom 2. Mai 1941

Bundesarchiv R 3018/2992

Sterbeurkunde von Johann Ratayczak vom 30. Juli 1941

Ancestry, Archiv zur Ahnenforschung

Bekanntmachung der Vollstreckung des Urteils gegen Johann Ratayczak vom 30. Juli 1941

Bundesarchiv R 3018/2992

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