Stéphane Ravé

20. September 1924, Paris – 8. September 1943
Stéphane Ravé

Erkennungsdienstliche Aufnahme von Stéphane Ravé, 1943

Brandenburgisches Landeshauptarchiv Rep 12 C Berlin II, Nr. 3319

Der gelernte Bäcker Stéphane Ravé kommt 1940 mit 16 Jahren als französischer „Zivilarbeiter“ nach Deutschland. Zunächst arbeitet er bis April 1942 beim Bäckermeister Schilling in Steglitz, dann in der Brotfabrik Thiel und schließlich in der Bäckerei Winkelmann. Im November 1942 verlässt Ravé wegen Problemen mit seinen Papieren seine Arbeitsstelle.
Von Mitte Dezember 1942 bis Januar 1943 beteiligt sich Ravé an mehreren Einbruchdiebstählen. Am 21. Januar 1943 wird er nach einem Einbruchsversuch auf der Flucht von einem Polizisten angeschossen. Er wird festgenommen und befindet sich bis Juni 1943 im Krankenhaus.
Das Sondergericht VIII bei dem Landgericht Berlin klagt Ravé gemeinsam mit drei weiteren französischen Zwangsarbeitern auf der Grundlage der „Volks­schädlingsverordnung“ an. Am 19. Juni 1943 werden Ravé und zwei weitere Franzosen zum Tode verurteilt.
Stéphane Ravé flieht gemeinsam mit zwei anderen Franzosen in der Nacht vom 3. auf den 4. September 1943 während eines britischen Luftangriffs aus dem Gefängnis Plötzensee. Kurz darauf werden sie erneut festgenommen.
Nach der Ablehnung seines Gnadengesuchs wird der 18-jährige Stéphane Ravé am 8. September 1943 während der sogenannten Blutnächte im Straf­gefängnis Plötzensee ermordet.

Dokumente

Gefangenenkarte von Stéphane Ravé

Landesarchiv Berlin A Rep 369 Kartei

Mitteilung des Strafgefängnisses Plötzensee über die Hinrichtung von Stéphane Ravé, 8. September 1943

Brandenburgisches Landeshauptarchiv Rep 12 C Berlin II, Nr. 3319/2

Sterbeurkunde von Stéphane Ravé vom 15. September 1943

Ancestry, Archiv zur Ahnenforschung

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