Josef Řečínský
Nach dem Einmarsch deutscher Truppen entsteht in Prag im Dezember 1939 eine Geheimdienstzelle, die dem westlichen Ausland über Miloš Bondy sen. in Paris militärische, wirtschaftliche und politische Nachrichten aus dem „Protektorat” übermittelt. Der Kaufmann jüdischer Herkunft handelt im Auftrag des französischen Kriegsministeriums und setzt seine Tätigkeit ab Ende 1939 von Budapest aus fort. Die Organisation steht in engem Kontakt zur geheimen Militärorganisation Obrana Národa (ON – Verteidigung der Nation). Josef Řečínský sammelt ab Anfang 1940 militärische Nachrichten und rekrutiert hierfür auch den Stabsfähnrich a. D. František Nepilý, zudem ist er an der Zuführung tschechischer Freiwilliger zur tschechischen Auslandsarmee beteiligt.
Am 5. August 1942 wird Josef Řečínský vom „Volksgerichtshof” zusammen mit Vladimír Černý, František Nepilý und sechs weiteren Angeklagten wegen „Vorbereitung zum Hochverrat und landesverräterischer Feindbegünstigung” zum Tode verurteilt.
Josef Řečínský stirbt am 13. März 1943 während der Haft im Strafgefängnis Plötzensee.
Dokumente
Gefangenenkarte des Strafgefängnisses Plötzensee von Josef Řečínský
Landesarchiv Berlin A Rep 369 Kartei
Beobachtungen aus dem „Protektorat” von Josef Řečínský mit Übersetzung, 1940
Bundesarchiv R 3017/9015
Urteil des „Volksgerichtshofs“ gegen Vladimír Černý und andere vom 5. August 1942
Bundesarchiv R 3017/9015
Mitteilung des Strafgefängnisses Plötzensee über den Tod von Josef Řečínský vom 13. März 1943
Bundesarchiv R 3017/9015
Sterbeurkunde von Josef Řečínský vom 13. März 1943
Ancestry, Archiv zur Ahnenforschung































































