Josef Řečínský

20. April 1894, Hostaun (Hostouň) – 13. März 1943
Der Sohn eines Polizeibeamten absolviert die Handels­schule und ist anschließend beim Land­wirtschaft­lichen Verein in Beroun tätig. Im August 1914 wird er in die österrei­chisch-ungarische Armee einge­zogen, gerät 1915 in russische Gefangen­schaft und tritt 1918 in die Tsche­chische Legion in Russland ein. Nach seiner Rück­kehr wird er in die Tschecho­slowakische Armee über­nommen und steht zuletzt im Rang eines Oberst­leutnants einem Bataillon in Prag-Motol vor.
Nach dem Einmarsch deutscher Truppen entsteht in Prag im Dezember 1939 eine Geheim­dienstzelle, die dem west­lichen Ausland über Miloš Bondy sen. in Paris militä­rische, wirt­schaftliche und politische Nachrich­ten aus dem „Protek­torat” übermittelt. Der Kaufmann jüdi­scher Herkunft handelt im Auftrag des französischen Kriegs­ministeriums und setzt seine Tätigkeit ab Ende 1939 von Budapest aus fort. Die Orga­nisation steht in engem Kon­takt zur geheimen Militär­organisation Obrana Národa (ON – Ver­tei­digung der Nation). Josef Řečínský sammelt ab Anfang 1940 militärische Nachrichten und rekrutiert hierfür auch den Stabs­fähnrich a. D. František Nepilý, zudem ist er an der Zuführung tschechischer Freiwil­liger zur tschechischen Auslandsarmee beteiligt.
Am 5. August 1942 wird Josef Řečínský vom „Volksge­richtshof” zusammen mit Vladimír Černý, František Nepilý und sechs weiteren Angeklagten wegen „Vorbereitung zum Hoch­verrat und landesver­räterischer Feindbegüns­tigung” zum Tode verurteilt.
Josef Řečínský stirbt am 13. März 1943 während der Haft im Strafgefäng­nis Plötz­ensee.

Dokumente

Gefangenenkarte des Strafgefängnisses Plötzensee von Josef Řečínský

Landesarchiv Berlin A Rep 369 Kartei

Beobachtungen aus dem „Protek­torat” von Josef Řečínský mit Übersetzung, 1940

Bundesarchiv R 3017/9015

Urteil des „Volksgerichtshofs“ gegen Vladimír Černý und andere vom 5. August 1942

Bundesarchiv R 3017/9015

Mitteilung des Strafgefängnisses Plötzensee über den Tod von Josef Řečínský vom 13. März 1943

Bundesarchiv R 3017/9015

Sterbeurkunde von Josef Řečínský vom 13. März 1943

Ancestry, Archiv zur Ahnenforschung

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