Rudolf Redlinghofer

31. Oktober 1900, Wien – 11. Januar 1940
Rudolf Redlinghofer

Rudolf Redlinghofer

Privatbesitz

Rudolf Redlinghofer gehört seit Anfang der 1930er Jahre der Glaubensgemeinschaft der Ernsten Bibelforscher (Zeugen Jehovas) an. Er lebt mit seiner Frau Agnes und seiner 1937 geborenen Tochter in Krems an der Donau und arbeitet bei einer örtlichen Baufirma.
Am 25. Juli 1939 wird er zu einer mehrwöchigen Wehr­übung beim Übungs-Pferde-Lazarett Langenlois einbe­rufen. Er teilt dem Wehrmeldeamt Krems jedoch am 5. August mit, dass er aus religiösen Gründen keinen Militärdienst leisten kann.
Am 18. August 1939 wird Rudolf Redlinghofer festge­nommen und nach St. Pölten überstellt. Da er bei seiner Entscheidung bleibt, keinen Wehrdienst zu leisten, wird er am 13. November nach Berlin überstellt.
Bereits kurz vor dem deutschen Überfall auf Polen ist am 26. August 1939 die „Kriegssonderstrafrechts­verordnung” in Kraft getreten, nach der die Verweigerung des Militär­dienstes als „Zersetzung der Wehrkraft” geahndet und mit dem Tode bestraft werden kann.
Der Oberreichskriegsanwalt erhebt am 20. Oktober 1939 Anklage gegen Rudolf Redlinghofer. Er wird am 9. De­zember zum Tode verurteilt und am 11. Januar 1940 im Strafgefängnis Berlin-Plötzensee ermordet.

Dokumente

Gefangenenkarte von Rudolf Redlinghofer

Landesarchiv Berlin A Rep 369 Kartei

Rudolf Redlinghofer mit seiner Frau Agnes und seiner Tochter Regina

Privatbesitz

Tenor des Feldurteils gegen Rudolf Redlinghofer, 9. Dezember 1939

Privatbesitz

Mitteilung des Gefängnisses Plötzensee an die Witwe von Rudolf Redlinghofer über die Zusendung des Nachlasses, 16. Januar 1940

Privatbesitz

Sterbeurkunde von Rudolf Redlinghofer vom 11. Januar 1940

Ancestry, Archiv zur Ahnenforschung

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