Heinrich Reichel

1. Oktober 1901, Amberg – 22. Juli 1943
Heinrich Reichel

Erkennungsdienstliche Aufnahme von Heinrich Reichel, 1935

Bundesarchiv R 3018/5029

Heinrich Reichel erlernt das Tischlerhandwerk und ist in den folgenden Jahren in seinem Beruf tätig. Im Alter von 16 Jahren schließt er sich zunächst der SPD an, wechselt 1919 jedoch zur KPD. Wegen Spreng­stoffdiebstahls wird er 1923 in Abwesenheit zu zwei Jahren Zuchthaus ver­urteilt und lebt deshalb bis 1928 unter falschem Namen.
Reichel, der dem militärpolitischen Apparat der KPD angehört und sogenannter Abwehrleiter der Bezirks­leitung Magdeburg ist, wird ab Ende 1932 für ein Jahr an der militärpolitischen Schule in Moskau ausgebildet. Er kehrt illegal nach Deutschland zurück und arbeitet unter dem Namen „Ernst Görlich” als Reichsinstrukteur im Bezirk Frankfurt und Stuttgart.
Bei einem Treffen in Berlin wird er festgenommen, kann jedoch fliehen und gelangt in die Tschecho­slowakei. Er reist mehrmals zu illegalen Einsätzen nach Deutschland, wo er Kontakt zu Stefan Lovász, Josef Steidle, Artur Göritz und Liselotte Herrmann hat, die ihn über geheime deutsche Rüstungsprojekte informieren.
Im Juni 1935 wird er in Zürich festgenommen und nach Frankreich ausgewiesen. Über Belgien gelangt er Ende 1935 nach Amsterdam. Heinrich Reichel wird am 16. Januar 1940 von den niederländischen Behörden interniert und nach der Besetzung der Niederlande der Gestapo ausgeliefert.
Am 30. April 1943 wird er vom „Volksgerichtshof” wegen „Vorbereitung zum Hochverrat und Wehrkraftzersetzung” zum Tode verurteilt. Heinrich Reichel wird am 22. Juli 1943 im Strafgefängnis Plötzensee ermordet.

Dokumente

Gefangenenkarte von Heinrich Reichel

Landesarchiv Berlin A Rep 369 Kartei

Anklageschrift von Heinrich Reichel, 9. März 1943

Bundesarchiv R 3018/5029

Urteil des „Volksgerichtshofs” gegen Heinrich Reichel, 30. April 1943

Bundesarchiv R 3018/5029

Ablehnung eines Gnadenerweises für Heinrich Reichel, 4. Juli 1943

Bundesarchiv R 3018/5029

Protokoll der Hinrichtung von Heinrich Reichel, 22. Juli 1943

Bundesarchiv R 3018/5029

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