Anton Reichert

12. Februar 1887, Pomeisl (Nepomyšl) – 22. Juli 1943
Anton Reichert

Erkennungsdienstliches Foto von Anton Reichert, 1941

Archiv des Sicherheitsdienstes Prag (ABS) 141-77-10

Anton Reichert erlernt nach der Volks­schule das Tischler­hand­werk. Er gehört zur deutschen Minder­heit in der späteren Tschecho­slowa­kei und nimmt mit mehr­facher Auszeich­nung am Ersten Welt­krieg teil. Nach unterschied­lichen Tätig­keiten arbeitet er in einer Chemie­fabrik in Aussig (Ústí nad Labem).
In Aussig lässt sich Anton Reichert von einem tsche­chischen Polizei­beamten für den tschecho­slowa­kischen Nach­richten­dienst anwerben, tritt 1931 in die Deutsche National­sozialis­tische Arbeiter­partei der Tschecho­slowakei (DNSAP) ein und liefert seinen Auftrag­gebern bis zum Verbot der DNSAP 1933 Informa­tionen. Bis Ende 1935 führt er außerdem Erkundungen durch im deutsch-tsche­chischen Grenz­gebiet.
Nach der Annexion der Sudeten durch das Deutsche Reich flüchtet er nach Prag. Als auch die verbliebenen tsche­chischen Gebiete von der Wehr­macht besetzt werden, erwirkt er als vermeint­lich Geistes­kranker seine Einweisung in eine Nerven­heilan­stalt.
Anton Reichert wird am 17. November 1941 festge­nommen, am 13. Mai 1943 vom 1. Senat des „Volks­gerichtshofs” wegen „Landes­verrats” zum Tode verurteilt und am 22. Juli 1943 im Strafge­fängnis Berlin-Plötzensee ermordet.

Dokumente

Gefangenenkarte des Strafgefängnisses Plötzensee von Anton Reichert

Landesarchiv Berlin A Rep 369 Kartei

Sterbeurkunde von Anton Reichert vom 23. Juli 1943

Ancestry, Archiv zur Ahnenforschung

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