Adolf Reichwein

3. Oktober 1898, Bad Ems – 20. Oktober 1944
Adolf Reichwein

Adolf Reichwein

Adolf-Reichwein-Archiv der Bibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung des Deutschen Instituts für Internationale Pädagogische Forschung DIPF/BBF/Archiv REICH FOTO 65/69-77

Nach dem Ersten Weltkrieg setzt sich der Pädagoge Adolf Reichwein für den Aufbau von Volkshochschulen, die Erwachsenenbildung und die Lehrerfortbildung ein. Er ist ein besonderer Vertrauter des preußischen Kultus­ministers Carl Heinrich Becker. 1930 wird Reichwein Professor für Geschichte und Staatsbürger­kunde an der neu eröffneten Pädagogischen Akademie in Halle und wird dort aus politischen Gründen von den National­sozialisten am 24. April 1933 entlassen.
Die folgenden Jahre verbringt er als Landschullehrer in Tiefensee bei Berlin, später als Museums­pädagoge am Staatlichen Museum für Deutsche Volkskunde in Berlin. Seit 1940 hat Reichwein Kontakt zu den Widerstands­kreisen um Wilhelm Leuschner und Julius Leber und gehört selbst dem Kreisauer Kreis an. Im Sommer 1944 hat er nicht nur Kontakte zur militärischen Opposition, sondern trifft sich am 22. Juni 1944 gemeinsam mit Julius Leber mit den kommunistischen Widerstands­kämpfern Anton Saefkow und Franz Jacob.
Die Teilnahme eines Gestapo-Spitzels an diesem Treffen, der sich in die Führung der Berliner Kommunisten ein­schleichen konnte, führt Anfang Juli 1944 zur Festnahme von Julius Leber und Adolf Reichwein. Reichwein wird am 20. Oktober 1944 vom „Volksge­richtshof” zum Tode verurteilt und noch am selben Tag in Berlin-Plötzensee ermordet.

Dokumente

Gefangenenkarte von Adolf Reichwein

Landesarchiv Berlin A Rep 369 Kartei

Rekonstruktion der Kabinettsplanungen für den Umsturzversuch durch das „Reichssicherheitshauptamt”, 6. September 1944

Bundesarchiv NS 6/12

Adolf Reichwein vor dem „Volks­gerichtshof”, 20. Oktober 1944

Privatbesitz

Abschrift des Urteils des „Volksge­richtshofs” gegen Julius Leber, Adolf Reichwein, Hermann Maaß und Gustav Dahrendorf, 21. Oktober 1944

Bundesarchiv R 3001/24775

Berlin-Plötzensee, den 20. Okt. 1944

Mein lieber Vater,

in der letzten Stunde denke
ich voll Dank alles dessen,
was Du in Deinem
langen Leben Gutes an
mir getan hast. Noch
viele Jahre wünsche ich Dir;
erhalte Dich für Deine
Enkel, die Dich nun dringender
brauchen denn je.

Von Herzen
Dein Adolf

Abschiedsbrief Adolf Reichweins an seinen Vater, 20. Oktober 1944

Gedenkstätte Deutscher Widerstand

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