Hermann Reinel

21. Juni 1885, Bärendorf/Bad Brambach – 10. Juni 1943
Hermann Reinel

Erkennungsdienstliche Aufnahme von Hermann Reinel, 1942

Bundesarchiv R 3018/2987

Hermann Reinel wird am 21. Juni 1885 geboren und erlernt nach dem Besuch der Volks­schule den Beruf des Zither­machers und Melkers. Er kämpft im Ersten Welt­krieg an der Westfront und ist nach Kriegsende als Waldwärter und später Gutsförster auf dem Rittergut Schönberg im Vogtland beschäftigt. Wegen Veruntreu­ung der aus einem Holz­verkauf erlangten Gelder wird er Anfang 1929 entlassen, behält dort aber seinen Wohnsitz bei.
Reinel wird im Jahr 1932 für den tschecho­slowakischen Nachrichten­dienst geworben und liefert bis 1935 ver­schiedenen tschecho­slowakischen Nach­richtenoffizieren Informationen über Vorgänge im Reich und im deutsch-tschecho­slowakischen Grenzgebiet. Insbesondere gibt er Auskunft über Befestigungen, die Anzahl der Kasernen und die Stärke der verschiedenen (para)militä­rischen Formationen im Grenzgebiet. Weil er im März 1935 in den Verdacht gerät, Spionage zugunsten des Deutschen Reiches zu betreiben, wird er im April 1936 vom Kreis­gericht in Prag wegen „Militär-Verrats“ zu sechs Jahren „schweren Kerkers“ und einer Geldstrafe verurteilt.
Nach der deutschen Besetzung des Sudeten­gebiets wird Hermann Reinel im Herbst 1938 aus tschecho­slowa­kischer Haft entlassen und im Deutschen Reich erneut festgenommen. Er wird am 7. Dezember 1942 vom 4. Se­nat des „Volks­gerichtshofs“ wegen „Landes­verrats“ zum Tode verurteilt und am 10. Juni 1943 im Straf­gefängnis Berlin-Plötzensee ermordet.

Dokumente

Gefangenenkarte von Hermann Reinel

Landesarchiv Berlin A Rep. 369, Kartei

Anklage des „Volksgerichtshofs“ gegen Hermann Reinel vom 15. Juli 1942

Bundesarchiv R 3017/14032

Urteil des „Volksgerichtshofs“ gegen Hermann Reinel vom 7. Dezember 1942

Bundesarchiv R 3017/14032

Sterbeurkunde von Hermann Reinel vom 11. Juni 1943

Ancestry, Archiv zur Ahnenforschung

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