Richard Reinhardt

28. Juni 1874, Dresden – 22. Dezember 1942
Richard Reinhardt

Erkennungsdienstliche Aufnahmen von Richard Reinhardt, 1942

Bundesarchiv R 3018/5782

Richard Reinhardt erlernt nach dem Besuch der Mittel­schule das Bäcker­handwerk und ist bis 1930 in seinem Beruf tätig. Seit 1913 lebt er mit seiner Frau in Coswig/Anhalt. Aufgrund einer Berufs­krankheit wird er arbeits­unfähig und lebt von einer Invaliden­rente. Seit 1910 gehört Richard Reinhardt der SPD an und ist ab 1929 Mitglied im Reichs­banner Schwarz-Rot-Gold.
Richard Reinhardt wird am 22. August 1941 unter dem Verdacht festge­nommen, seit 1934 anonyme Postkarten mit regime­kritischen Äußerungen an erfundene Adressen versandt zu haben. Zudem soll er seit Kriegs­beginn aus­ländische Sender abgehört und in an Feldpost­adressen gerichtete Schreiben Soldaten zur Nieder­legung der Waffen aufgefordert haben.
Er wird am 22. Juni 1942 vom Kammer­gericht Berlin wegen „Vorbe­reitung eines hochverrä­terischen Unter­nehmens in Tateinheit mit einem Verbrechen gegen die Rund­funk­verordnung” zu drei Jahren Zuchthaus verur­teilt. Das Gericht geht von einer verminderten Schuld­fähigkeit Reinhardts aus und ordnet seine Unter­bringung in einer Heil- und Pflege­anstalt an.
Am 30. September 1942 erhebt der Oberreichs­anwalt am „Volks­gerichtshof” Einspruch gegen dieses Urteil. Richard Reinhardt wird am 4. November 1942 vom „Besonderen Senat des Volks­gerichtshofs” unter Roland Freisler zum Tode verurteilt. Er wird am 22. Dezember 1942 im Straf­gefängnis Plötzensee ermordet.

Dokumente

Gefangenenkarte von Richard Reinhardt

Landesarchiv Berlin A Rep. 369, Kartei

Urteil des Kammergerichts gegen Richard Reinhardt, 22. Juni 1942

Bundesarchiv R 3018/5782

Einspruch des Oberreichsanwalts beim „Volksgerichtshof” gegen das Urteil des Kammergerichts gegen Richard Reinhardt, 30. September 1942

Bundesarchiv R 3018/5052

Urteil des „Volksgerichtshofs” gegen Richard Reinhardt, 4. November 1942

Bundesarchiv R 3018/5052

Protokoll der Vollstreckung des Todes­urteils gegen Richard Reinhardt, 22. Dezember 1942

Bundesarchiv R 3018/5782

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