Anton Reiprich


Erkennungsdienstliches Foto von Anton Reiprich, 1940
Archiv des Sicherheitsdienstes Prag (ABS) 141-40-5
Aufgrund wirtschaftlicher Schwierigkeiten geht er im Frühjahr 1937 nach Berlin und schließt sich dem Sudeten­deutschen Heimatbund an, einer Vereinigung von emigrierten Sudetendeutschen mit tschechoslowakischer Staatsangehörigkeit.
Dieser vermittelt ihm eine Stelle in einem Gut in der Westpriegnitz, wo er mit anderen Sudetendeutschen landwirtschaftliche Arbeiten verrichtet. Aufgrund der strengen Lagerdisziplin will er jedoch bald wieder zurück in die Tschechoslowakei. Er entwendet einem Kameraden eine tschechische Karte mit eingezeichneten strategisch wichtigen Anlagen, händigt diese dem tschechischen Generalkonsolat in Berlin aus und erhält die Zusage eines Arbeitsplatzes in seiner Heimat. Zurück in Reichenberg arbeitet er als Reichsbahngehilfe und wird von den tschechischen Behörden noch mehrmals verhört.
Nach der Annexion der Sudetengebiete wird Anton Reiprich am 30. Januar 1940 festgenommen und des „Verrats von Staatsgeheimnissen” angeklagt. Obwohl es sich nachweislich um keine Staatsgeheimnisse handelte, verurteilt der „Volksgerichtshof” ihn am 4. August 1942 wegen „Landesverrats” zum Tode. Er wird am 8. Oktober 1942 im Strafgefängnis Berlin-Plötzensee ermordet.
Dokumente
Gefangenenkarte des Strafgefängnisses Plötzensee von Anton Reiprich
Landesarchiv Berlin A Rep 369 Kartei
Anklage des „Volksgerichtshofs“ gegen Anton Reiprich vom 16. Februar 1942
Archiv des Sicherheitsdienstes Prag (ABS) 141-40-5
Gnadengesuch von Anton Reiprich vom 16. August 1942
Archiv des Sicherheitsdienstes Prag (ABS) 141-40-5
Sterbeurkunde von Anton Reiprich vom 9. Oktober 1942
Ancestry, Archiv zur Ahnenforschung











