Anton Reiprich

12. November 1908, Prag – 8. Oktober 1942
Anton Reiprich

Erkennungsdienstliches Foto von Anton Reiprich, 1940

Archiv des Sicherheitsdienstes Prag (ABS) 141-40-5

Anton Reiprich gehört der deutschen Minder­heit in der Tschecho­slowakei an und lebt in Reichen­berg (Liberec). In seiner Jugend ist er Mitglied in einem deutschen Turn­verein, 1935 tritt er in die Sudeten­deutsche Heimat­front ein, aus der die Sudeten­deutsche Partei (SdP) hervorgeht.
Aufgrund wirt­schaft­licher Schwierig­keiten geht er im Frühjahr 1937 nach Berlin und schließt sich dem Sudeten­deutschen Heimat­bund an, einer Vereini­gung von emigrierten Sudeten­deutschen mit tsche­cho­slowa­kischer Staats­ange­hörigkeit.
Dieser vermittelt ihm eine Stelle in einem Gut in der West­priegnitz, wo er mit anderen Sudeten­deutschen land­wirtschaft­liche Arbeiten ver­richtet. Aufgrund der strengen Lager­disziplin will er jedoch bald wieder zurück in die Tschecho­slowakei. Er entwendet einem Kameraden eine tschechische Karte mit einge­zeichneten strategisch wichtigen Anlagen, händigt diese dem tschechischen General­konsolat in Berlin aus und erhält die Zusage eines Arbeits­platzes in seiner Heimat. Zurück in Reichen­berg arbeitet er als Reichs­bahn­gehilfe und wird von den tschechischen Behör­den noch mehrmals verhört.
Nach der Annexion der Sudeten­gebiete wird Anton Reiprich am 30. Januar 1940 festge­nommen und des „Verrats von Staats­geheim­nissen” angeklagt. Obwohl es sich nach­weislich um keine Staats­geheim­nisse handelte, verurteilt der „Volks­gerichts­hof” ihn am 4. August 1942 wegen „Landes­verrats” zum Tode. Er wird am 8. Oktober 1942 im Strafge­fängnis Berlin-Plötzensee ermordet.

Dokumente

Gefangenenkarte des Strafgefängnisses Plötzensee von Anton Reiprich

Landesarchiv Berlin A Rep 369 Kartei

Anklage des „Volks­gerichts­hofs“ gegen Anton Reiprich vom 16. Februar 1942

Archiv des Sicherheitsdienstes Prag (ABS) 141-40-5

Gnadengesuch von Anton Reiprich vom 16. August 1942

Archiv des Sicherheitsdienstes Prag (ABS) 141-40-5

Sterbeurkunde von Anton Reiprich vom 9. Oktober 1942

Ancestry, Archiv zur Ahnenforschung

zurück