Karel Richter

2. Juni 1895, Pilsen (Plzeň) – 3. November 1942
Karel Richter

Karel Richter um 1940

Privatbesitz

Der Sohn eines städtischen Angestellten absolviert die Handels­akademie in Pilsen. Nach seiner Einbe­rufung zum Militär­dienst kommt er an die russische Front, mel­det sich zur Tschecho­slowakischen Legion und ist bis 1920 in Wladi­wostok für deren Finanz­abteilung tätig. Zurück in Pilsen tritt er in den Dienst der Tsche­choslo­wa­kischen Staats­bahnen.
Nach der Beset­zung der böhmischen Länder durch die Wehr­macht liefert Karel Richter im Sommer 1939 dem „Nationalen Revo­lutions­ausschuss” Stimmungs­berichte. Ab Ende 1939 arbeitet er auch in dem vom Eisen­bahn­inspektor Ctibor Träger organisierten Nach­richtennetz­werk mit, das der Militär­orga­nisation Obrana Národa (ON – Vertei­digung der Nation) Informati­onen über deut­­sche Truppen­transporte übermittelt. Er erstattet in der Folgezeit mehrmals Bericht und zieht zur Mithilfe außerdem Karel Fořt sowie einen Polizei­beamten heran.
Am 21. Februar 1941 wird er festge­nommen. Der „Volks­gerichts­hof” verurteilt ihn am 16. Juni 1942 wegen „Lan­desverrats, Feind­be­günstigung und Vor­bereitung zum Hoch­­verrat” mit Ctibor Träger, Karel Fořt sowie weiteren neun Ange­­klagten zum Tode. Sie alle werden am 3. No­vember 1942 im Straf­gefängnis Plötz­ensee ermordet.

Dokumente

Gefangenenkarte des Strafgefängnisses Plötzensee von Karel Richter

Landesarchiv Berlin A Rep 369 Kartei

Urteil des „Volksgerichts­hofs” gegen Ctibor Träger und andere vom 16. Juni 1942

Bundesarchiv R 3001/144639

Bekanntmachung der Hinrichtung von Karel Richter und anderen, plakatiert Ende 1942 in Prag und Pilsen

Archiv des Sicherheitsdienstes Prag (ABS) 141-419-1

Sterbeurkunde von Karel Richter vom 4. November 1942

Ancestry, Archiv zur Ahnenforschung

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