Johannes Riedel

12. Februar 1895, Chemnitz – 1. September 1943
Johannes Riedel

Erkennungsdienstliche Aufnahme von Johannes Riedel, 1943

Bundesarchiv R 3017/5853

Johannes Riedel absolviert nach der Volks­schule eine kaufmännische Ausbil­dung und ist anschließend in Hamburg als Angestellter tätig. Er nimmt am Ersten Weltkrieg teil und wird zweimal verwundet. Bis 1933 gehört er der SPD an.
Sein in Chemnitz lebender Bruder Fritz, der 1942 als Wacht­meister der Reserve zur Schutz­polizei eingezogen wird, wird am 3. Februar 1943 unter dem Vorwurf staats­feindlicher Äußerungen festge­nommen. Bei einer Haus­durchsuchung werden Briefe von Johannes Riedel an seinen Bruder und an seine Mutter gefunden, in denen er sich entschieden gegen die Krieg und die national­sozialistische Führung äußert.
Johannes Riedel wird am 17. Juni 1943 vom 4. Senat des „Volks­gerichtshofs” auf der Grundlage der „Kriegs­sonderstraf­rechts­verordnung” wegen „Wehr­kraftzer­setzung” zum Tode verurteilt. Er wird am 1. September 1943 im Straf­gefängnis Plötzen­see ermordet.
Sein Bruder Fritz stirbt am 1. Dezember 1944 im KZ Dachau.

Dokumente

Gefangenenkarte von Johannes Riedel

Landesarchiv Berlin A Rep. 369, Kartei

Urteil des „Volksgerichtshofs” gegen Johannes Riedel, 17. Juni 1943

Bundesarchiv R 3018/2986

Gnadengesuch von Johannes Riedel, 21. Juni 1943

Bundesarchiv R 3017/5853

Protokoll der Vollstreckung des Todesurteils gegen Johannes Riedel, 1. September 1943

Bundesarchiv R 3017/5853

Sterbeurkunde von Johannes Riedel vom 2. September 1943

Ancestry, Archiv zur Ahnenforschung

zurück