John Rittmeister

21. August 1898, Hamburg – 13. Mai 1943
John Rittmeister

John Rittmeister um 1940

Gedenkstätte Deutscher Widerstand

John Rittmeister wächst in einer groß­bürgerlichen Hamburger Kauf­manns­familie auf. 1917 meldet er sich als Kriegs­freiwilliger. Nach 1918 studiert er Medizin und beschäftigt sich mit den Schriften von Carl Gustav Jung, Bakunin und Marx. Seit 1929 arbeitet Ritt­meister als Psycho­analytiker in der Schweiz, wo er Verbin­dungen zu sozialis­tischen Kreisen und Emigranten hat. 1932 besucht er die Sowjet­union.
Seit Januar 1938 arbeitet Rittmeister als Oberarzt in der Nerven­klinik Waldhaus in Berlin-Nikolas­see und leitet ab September 1939 die Poli­klinik des Deutschen Instituts für psycho­logische Forschung und Psycho­therapie in Berlin.
Er hilft jüdischen Patienten bei der Emigration und erhält durch seine Frau Eva Kontakt zu Schülern der Heilschen Abend­schule, die bis 1942 unter seiner Leitung politi­sche und philo­sophische Fragen diskutieren. Über Ursula Goetze bestehen Verbin­Mdungen zu Kommu­nistinnen und Kommunisten in Berlin-Neukölln.
Rittmeister lernt Ende 1941 Harro Schulze-Boysen ken­nen und beteiligt sich an der Entstehung der Flug­schrift „Die Sorge um Deutschlands Zukunft geht durch das Volk” sowie an anderen Aktionen der Wider­stands­gruppe Rote Kapelle. Außerdem hat er Kontakte zu französi­schen Zwangs­arbeitern.
Nach der Enttarnung der Roten Kapelle wird John Rittmeister am 26. September 1942 festge­nommen, am 12. Februar 1943 vom Reichs­kriegs­gericht zum Tode verurteilt und am 13. Mai 1943 in Plötzensee ermordet.

Dokumente

Gefangenenkarte von John Rittmeister

Landesarchiv Berlin A Rep 369 Kartei

Sterbeurkunde von John Rittmeister vom 14. Mai 1943

Ancestry, Archiv zur Ahnenforschung

zurück