Alexis Freiherr von Roenne
Durch Kontakte zu Stauffenberg und weiteren Verschwörern in der Militäropposition erfährt Alexis von Roenne laut eigenen Angaben drei Wochen vor dem 20. Juli 1944 von dem geplanten Attentat. Er be­für­wortet die Pläne, ist jedoch nicht unmittelbar aktiv beteiligt.
Da Roenne sich um den 20. Juli herum im Bendlerblock aufhält und dem Regime seine kritische Haltung bekannt ist, wird er kurz nach dem Attentat ein erstes Mal festgenommen, jedoch kurze Zeit später wieder freigelassen. Erst zwei Wochen später nimmt die Gestapo ihn endgültig in Haft.
Alexis von Roenne wird wegen seiner Mitwisserschaft am 12. Oktober 1944 vom „Volksgerichtshof” zum Tode verurteilt und am selben Tag in Plötzensee ermordet.
Dokumente
Gefangenenkarte von Alexis Freiherr von Roenne
Landesarchiv Berlin A Rep 369 Kartei
Liste der nach den Sitzungen des „Ehrenhofs des Heeres” aus der Wehrmacht Ausgestoßenen, 16. September 1944
Bundesarchiv Militärarchiv
Alexis Freiherr von Roenne vor dem „Volksgerichtshof”, 11. Oktober 1944
Gedenkstätte Deutscher Widerstand
Mein Allerliebstes! Gleich gehe
ich nun heim zu unserem
Herrn in voller Ruhe und Heils-
gewißheit. Meine Gedanken
sind in allergrößter Liebe und
voll Dank bei Dir, bei Euch.
Ich bitte Dich als Letztes: Klammere
Dich nur an Ihn und habe in Ihm
volle Zuversicht: Er liebt Dich!
Jeder Entschluß, den Du nach Gebet
im Leben für Euch faßt, hat meine
volle Billigung und meinen Segen.
Wenn Du wüßtest, wie unvorstellbar
treu Er mir in diesem Augenblick
zur Seite steht, wärst auch Du für
dein ganzes schweres Leben gewappnet
und ruhig. Er wird Dir Kraft zu
allem geben.
Ich segne die beiden geliebten
Kinder und schließe sie in mein
letztes Gebet innig ein. Der Herr lasse
sein Angesicht leuchten über ihnen
und führen sie heim.
Innigste Grüße und Dank meiner
geliebten Mama, den Eltern und Ge-
schwistern. Mögen sie von Ihm behütet
im heißgeliebten Vaterlande auch
schwere Zeiten überdauern.
Dir, meine Allerliebste ge-
hört meine heiße Liebe und Dank
bis zum letzten Augenblick
und baldigem Wiedersehen. Gott
behüte Dich!
Immerdar Dein E.
Abschiedsbrief Alexis Freiherr von Roennes an seine Frau Ursula, 12. Oktober 1944
Privatbesitz
Sterbeurkunde von Alexis Freiherr von Roenne vom 14. Oktober 1944
Ancestry, Archiv zur Ahnenforschung
















