Walter Rößner
Zwischen 1939 und 1943 ist er als Transportarbeiter in einer Berliner Metallwarenfabrik tätig. Diese Arbeit gibt er krankheitsbedingt auf und lebt wieder vom Hausier­handel mit Hautcreme.
Rößner ist wegen Betruges mehrfach vorbestraft und zu Haftstrafen verurteilt worden. Im Januar 1944 betrügt er einen Zugbegleiter und dessen Frau um Geld. Das Sondergericht IV bei dem Landgericht Berlin verurteilt ihn am 17. Februar 1945 wegen „Rückfallbetrugs“ auf Grundlage der „Volksschädlings­verordnung“ und als „gefährlicher Gewohnheits­verbrecher“ zum Tode.
Der 60-jährige Walter Rößner wird am 9. März 1945 in der Strafanstalt Plötzensee ermordet.
Dokumente
Gefangenenkarte von Walter Rößner
Landesarchiv Berlin A Rep. 369, Kartei
Haftbefehl für Walter Rößner, 7. Juni 1944
Brandenburgisches Landeshauptarchiv Rep. 12 C Berlin II, Nr. 18217
Anklageschrift gegen Walter Rößner, 14. Janaur 1945
Brandenburgisches Landeshauptarchiv Rep. 12 C Berlin II, Nr. 18217
Tenor des Todesurteils gegen Walter Rößner, 12. Februar 1945
Brandenburgisches Landeshauptarchiv Rep. 12 C Berlin II, Nr. 18216
Walter Rößner
Aktenzeichen: St.A. 193 K.Ls. 18/45
Berlin-Plötzensee, den 21. Februar 1945
Gefängnis
An Herrn Reichs-Justizminister in Berlin, Wilhelmstraße
Gnadengesuch.
Durch Urteil von Sondergericht bin ich zum Tod verurteilt. Ich bitte, diese Strafe, in eine Freiheitsstrafe umwandeln zu wollen und mir noch ein letztes Mal Gelegenheit geben zu wollen, ein Leben in geordneten Verhältnissen bei ehrlicher, anständiger Arbeit führen zu können.
Zur Begründung gebe ich an: ich sehe ein, daß ich unrecht gehandelt habe und habe auch meine Tat bereits schwer und bitter bereut. Ich bin bereits vorbestraft, aber alle meine Vergehen sind nur entstanden durch Not und schwere Krankheit, wie es auch in Urteilssprüchen selbst angegeben ist. Ansonsten sind es Delikte um kleine Summen, teilweise 5,- und 3,- Mk. Die Absicht, wirklich nur nur Geldgier zu schädigen hat mir stets fern gelegen. Nach meiner letzten Strafe habe ich mich seit 1939 tadellos geführt und wäre auch nach diesen fünf Jahren, in denen ich bis zum Anfang meiner schweren Krankheit im Rüstungsbetrieb gearbeitet habe, niemals mehr strafbar geworden, wenn ich nicht infolge der schweren Krankheit entlassen worden wäre. Durch dieses Herzwasser mit offenen Füßen, verbunden mit den größten Schmerzen, konnte ich nichts mehr tun, stand ohne jede Hilfe mittellos da und habe die Nerven verloren. In diesem Zustand habe ich mir die Rad.H.k. 50 [?] beschafft und für mich verbraucht.
Ich betone nochmals, daß ich es bitter bereue und nur noch einen Wunsch im Leben habe, es soll mein letzter sein, als anständiger
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ehrlicher Mensch arbeiten zu dürfen.
Ich bitte ein letztes Mal, diese Möglichkeit mir nicht zu nehmen und meine Strafe in eine Freiheitsstrafe umwandeln zu wollen.
Walter Rößner.
Gnadengesuch von Walter Rößner,
21. Februar 1945
Brandenburgisches Landeshauptarchiv Rep. 12 C Berlin II, Nr. 18214














