Galina Romanowa

25. Dezember 1918, Romankowo – 3. November 1944
Galina Romanowa

Erkennungsdienstliche Aufnahme von Galina Romanowa, Oktober 1943

Bundesarchiv R 3017/7897

Galina Romanowa wird 1918 als Tochter eines Schmiedes im ukrainischen Romankowo bei Dnipro ge­boren. Während der Schulzeit ist sie Komsomolzin, wird aber nach der Festnahme ihres Vaters durch das NKWD 1937 ausgeschlossen. Ihr Medizinstudium in Dnepro­petrowsk kann sie wegen der Kriegsereignisse erst während der deutschen Besatzung 1942 ab­schließen.
Am 1. Juli 1942 wird sie nach Deutschland deportiert und als Ärztin in Zwangsarbeiterlagern eingesetzt. Zuerst in Wildau tätig, betreut sie seit Dezember 1942 mehrere Lager in und bei Oranienburg.
In Wildau und Oranienburg sammelt Galina Romanowa Freunde um sich. Gemeinsam mit ihrem Assistenten, dem Sanitäter Aleksandr Chomlow, mit Nikolaj Roma­nenko und Alexej Kalinitschenko sowie anderen orga­nisiert sie den Widerstand unter sowjetischen Zwangs­arbeitern. Konstantin Shadkewitsch vermittelt Kontakte zu Franzosen und Belgiern und zu Georg Groscurth. Dieser ist unter dem Vorwand medizinischer Konsulta­tionen ihr unmittelbarer Verbindungsmann zur Wider­standsgruppe „Europäische Union”, die sich um ihn, Robert Havemann, Herbert Richter und Paul Rentsch gebildet hat.
Nach der Festnahme der Kerngruppe der „Europäischen Union” Anfang September 1943 setzen Konstantin Shadkewitsch, Galina Romanowa und andere ihre Arbeit fort und bereiten eine Botschaft an die Alliierten vor. Kurz bevor diese nach Schweden gebracht werden kann, wird auch dieser Teil der Gruppe enttarnt.
Alexej Kalinitschenko überlebt bereits die Verhöre nicht. Galina Romanowa wird am 6. Oktober 1943 wegen ihrer Tätigkeit für die „Europäische Union” festgenommen und am 27. April 1944 vom „Volksgerichtshof” wegen „Vorbe­reitung zum Hochverrat” zum Tode verurteilt.
Am 3. November 1944 wird Galina Romanowa im Straf­gefängnis Berlin-Plötzensee ermordet.

Dokumente

Gefangenenkarte von Galina Romanowa

Landesarchiv Berlin A Rep. 369 Kartei

Annahmebefehl der Gestapo für Galina Romanowa

Bundesarchiv R 3018/1395

Tenor des Urteils des „Volksgerichtshofs” gegen Galina Romanowa und andere Angeklagte

Bundesarchiv R 3017/7897

Sterbeurkunde von Galina Romanowa vom 4. November 1944

Ancestry, Archiv zur Ahnenforschung

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