Bernhard Sander

21. Januar 1909, Rheine/Westfalen – 10. November 1937
Bernhard Sander wird am 21. Januar 1909 im westfäli­schen Rheine geboren und erlernt nach dem Besuch der Volksschule das Handwerk des Bauschlossers. Er tritt im April 1927 der Reichswehr bei und scheidet nach einem Unfall im Sommer 1929 wegen Dienstunfähigkeit aus. In der Folgezeit arbeitet er als Bauzeichner und Hotelange­stellter und wird mehrmals wegen Diebstahls zu gering­fügigen Gefängnis­strafen verurteilt.
Zwischen März und seiner Entlassung im Oktober 1935 ist er als Zeitungswerber beim Scherl-Verlag angestellt und erhält im Rahmen seiner Tätigkeit einen Ausweis der Reichspressekammer. Als er im selben Monat versucht illegal die Grenze nach Frankreich zu übertreten wird er festgenommen und im Januar 1936 in Forbach vom französischen Nachrichtendienst angeworben. In den nächsten zwei Monaten mietet er sich unter falschem Namen in verschiedenen Hotels in Köln, Trier, Koblenz und weiteren Städten ein und gibt sich – unter Verwen­dung des einbehaltenen Ausweises - als Journalist oder Mitarbeiter der Gestapo aus. Er zieht Erkundigungen über militärische Formationen und Bauvorhaben im Ruhrge­biet ein, darunter die vor der Öffentlichkeit geheim ge­haltene Errichtung von Kasernenbauten im Raum Köln.
Bernhard Sander wird im März 1936 festgenommen, am 16. April 1938 vom 4. Senat des „Volksgerichtshofs“ we­gen „Landesverrats“ zum Tode verurteilt und am 10. No­vember 1937 im Strafgefängnis Berlin-Plötzensee ermor­det.

Dokumente

Gefangenenkarte von Bernhard Sander

Landesarchiv Berlin A Rep 369 Kartei

Anklage des „Volksgerichtshofs“ gegen Bernhard Sander vom 18. November 1936

Bundesarchiv R 3017/36713, Bd. 1

Urteil des „Volksgerichtshofs“ gegen Bernhard Sander vom 16. April 1937

Bundesarchiv R 3018/2997

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