Alexandr Šára

31. Dezember 1916, Prag – 8. September 1943
Alexandr Šára

Erkennungsdienstliche Aufnahme von Alexandr Šára, 1941

Bundesarchiv R 3001/147069

Alexandr Šára absolviert nach der Schulzeit eine Lehre als Konstruktionszeichner. Anschließend ist er bei der Böh­misch-Mährischen Maschinenfabrik Kolben-Danek in Prag beschäftigt.
Nach der Besetzung der böhmischen Länder durch die Wehrmacht und der Errichtung des „Protektorats Böh­men und Mähren” schließt er sich im Frühsommer 1940 der tschechischen Widerstandsbewegung Národni Odboj (Nationaler Widerstand) gegen das NS-Besat­zungsregime an. Er beschafft Informa­tionen über die Produktion von Rüstungsgütern aus dem mittlerweile in Böhmisch-Mährische Maschinen­fabrik AG umbenannten Werk und liefert Kopien und Pläne wie etwa zur Herstel­lung von Panzerwagen. Er steht in engem Kontakt mit Jan Vycpálek, der für den sowjetischen Nachrichten­dienst tätig ist und die Infor­mationen der Sowjetunion über­mittelt.
Anfang Oktober 1941 wird Alexandr Šára fest­genommen und am 29. April 1943 vom „Volksgerichts­hof” zu­sammen mit Jan Vycpálek und vier weiteren Angeklagten wegen „Vorbereitung zum Hochverrat, Lan­desverrat und Feind­begünstigung” zum Tode verurteilt.
Alexandr Šára wird am 8. September 1943 wäh­rend der sogenannten Blutnächte im Strafgefängnis Berlin-Plötz­ensee ermordet.

Dokumente

Anklageschrift des „Volksgerichtshofs“ gegen Jan Vycpálek und andere vom 17. Februar 1943

Bundesarchiv R 3001/147069

Urteil des „Volksgerichtshofs” gegen Jan Vycpálek und andere vom 29. April 1943

Bundesarchiv R 3001/147069

Sterbeurkunde von Alexandr Šára vom 14. September 1943

Ancestry, Archiv zur Ahnenforschung

Fernschreiben des Oberreichsanwalts zur Vollstreckung der Urteile gegen Jan Vycpálek und weitere Personen, 15. September 1943

Archiv des Sicherheitsdienstes Prag (ABS) 141-464-10

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