Margarete Schäffer

16. August 1895, Greulich (Grodzanowice) – 20. Juli 1944
Margarete Schäffer arbeitet als Dolmetscherin bei der Luftwaffe. Im Bekanntenkreis äußert sie sich kritisch über Adolf Hitler, den sie als den „grössten Verbrecher aller Zeiten“ bezeichnet.
Das Feldgericht z.b.V. der Luftwaffe in Berlin verurteilt sie am 21. März 1944 wegen „Verbrechens gegen das Heimtückegesetz“ zum Tode.
Margarete Schäffer wird am 20. Juli 1944 in der Straf­anstalt Plötzensee ermordet, obwohl ein beantragtes Wiederaufnahmeverfahren noch nicht abgelehnt war.

Dokumente

Gefangenenkarte von Margarete Schäffer

Landesarchiv Berlin A Rep 369 Kartei

Berlin-Plötzensee, den 20. Juli 1944

Meine liebe, liebe Käthi,
es ist mir unbekant geblieben, ob Hans Dir von meinem Schicksal berichtet hat, heute ist nun der Tag, an dem ich ihn, mein Liebstes, auch alle Lieben verlassen muß – ja, es ist hart, aber ich bin tapfer und stark und in gutem Gottvertrauen. Nur um Hans ist mir bange, wie er es tragen wird sag liebste Käthi, kannst Du Dich nicht ein wenig um ihn kümmern, bis er das Schwerste überstanden hat? Ich bitte Dich als letzten Wunsch um diese große Liebe, sei gut zu ihm, er wird wohl nötig haben. Innigsten Dank Käthi, Dir und den Kindern, nehmt ihn doch später zu euch, seine Zukunft macht mir die größte Sorgen. Gleich erhalte ich nun das Abendmahl, um stark zu meinem Grugott zu gehen.
Und nun nimm alle meine Liebe entgegen, die ich für Vatis Lieben fühle, auch für Rudi, und allen Segen für euch in diesem Dasein, ich weiß wir alle werden uns später wiedersehen, für ein schöneres Leben. Küsse meinen lieben Hans immer, wenn er mich vermißt, die ihm so gern einen schönen Lebensabend verschafft hätte.
Ob sind alle Gott befohlen, ich werde euer Mütterchen sehr von euch grüßen.
In Ewigkeit – Amen.
eure Gretl.

Abschiedsbrief von Margarete Schäffer an ihre Schwägerin am Tag ihrer Hinrichtung, 20. Juli 1944

Gedenkstätte Deutscher Widerstand Sammlung Margarete Schäffer

Mitteilung über die Vollstreckung des Urteils, 25. Juli 1944

Gedenkstätte Deutscher Widerstand Sammlung Margarete Schäffer

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