Emmerich Schaper

4. August 1920, Berlin – 23. November 1942
Emmerich Schaper

Emmerich Schaper um 1935

Privatbesitz

Emmerich Schaper wächst als uneheliches Kind in Berlin-Neukölln auf. Seine Mutter ist Schneiderin und hat eine kleine Werk­statt. Als Kommu­nistin möchte sie ihren Sohn nicht auf eine christliche Volks­schule schicken, sondern schult ihn in der nahe­gelegenen Rütli-Schule ein. 1933 muss Emmerich Schaper die Rütli-Schule verlassen und macht seinen Abschluss an einer anderen Schule in Neukölln. Nach einer Lehre als Kauf­manns­gehilfe arbeitet er in einer Eisen­waren­handlung, muss die Tätigkeit wegen einer Knie­verletzung jedoch aufgeben. Im Frühjahr 1940 wird er Büro­angestellter bei einer Baufirma.
Vor 1933 gehört Schaper dem Jung­spartakus­bund und dem Kommu­nistischen Jugend­verband Deutschlands an und beteiligt sich bereits kurz nach der Macht­übernahme der National­sozialisten an Wider­stands­aktionen. Ende 1940 gewinnt Hanno Günther Emmerich Schaper für seine Wider­stands­arbeit, die dieser vor allem im Bezirk Neukölln durchführt. In seiner Wohnung treffen sich Hanno Günther, Wolfgang Pander und Bernhard Sikorski, um Flug­blätter herzustellen.
Nach der Einberufung Hanno Günthers zur Wehr­macht Anfang April 1941 leitet Emmerich Schaper die Gruppe an. Er wird am 25. August 1941 festgenommen und am 9. Oktober 1942 wegen „Vorbe­reitung zum Hoch­verrat” zum Tode verurteilt.
Emmerich Schaper, der seit seiner Kindheit an Epilepsie leidet, stirbt vor der Hinrichtung im Straf­gefängnis Plötzensee.

Dokumente

Gefangenenkarte von Emmerich Schaper

Landesarchiv Berlin A Rep 369 Kartei

Urteil des „Volksgerichtshofes” gegen Hans Joachim Günther, Wolfgang Pander, Bernhard Sikorski, Emmerich Schaper, Alfred Schmidt-Sas und Dagmar Petersen, 9. Oktober 1942

Privatbesitz

Stellungnahme der Gestapo zu den Gnadengesuchen von Hans Joachim Günther, Wolfgang Pander, Bernhard Sikorski, Emmerich Schaper und Alfred Schmidt-Sas, 28. Oktober 1942

Bundesarchiv R 3017/2719

Sterbeurkunde von Emmerich Schaper vom 23. November 1942

Ancestry, Archiv zur Ahnenforschung

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