Karl Schapper

27. August 1879, Groß Mohringen/Stendal – 1. Februar 1941
Karl Schapper

Erkennungsdienstliche Aufnahme von Karl Schapper, 1939

Bundesarchiv R 3017/17559

Der Sohn eines evangelischen Pfarrers studiert Rechts­wissenschaften und ist anschließend im preußischen Staatsdienst tätig. 1920 scheidet er im Rang eines Regie­runsgrates aus dem Dienst und wird Generalbevoll­mäch­tigter des Großgrundbesitzers Graf Thiele-Winkler in Oberschlesien. 1925 löst er sein Dienstverhältnis und arbeitet als Rechtsberater und Grundstückvermittler, ab 1933 bei der Kattowitzer Hütten-AG.
Bereits in den 1920er Jahren ist Schapper zum katho­lischen Glauben übergetreten. Aus christicher Über­zeugung lehnt er den Nationalsozialismus ab und schreibt zahlreiche regimekritische Artikel in dem bis September 1939 in Kattowitz erscheinenden Wochen­blatt „Der Deutsche in Polen“. Zudem stellt er für den Herausgeber Johannes Maier-Hultschin vielfältige Verbindungen her.
In Paris führt er Gespräche mit dem ehemaligen Danziger Senatspräsidenten Hermann Rauschning, durch dessen Vermittlung die französische Regierung zu Zuge­ständnissen bei einem Umsturz im Reich veranlasst wer­den soll. Kurz vor Kriegsbeginn trifft sich Schapper in Zakopane zu geheimen Besprechungen, die der Vorbe­reitung eines militärischen Umsturzes in Deutschland dienen.
Karl Schapper wird am 19. September 1939 gemeinsam mit seiner Ehefrau Irmgard festgenommen und am 5. Oktober 1940 vom 2. Senat des „Volksgerichtshofs“ wegen „Vorbereitung zum Hochverrat“ zum Tode verurteilt. Nachdem alle Gnadengesuche abgelehnt worden sind, wird er am 1. Februar 1941 in Plötzensee ermordet.
Irmgard Schapper wird zu einer mehrjährigen Zucht­hausstrafe verurteilt und kann das Kriegsende überleben.

Dokumente

Gefangenenkarte von Karl Schapper

Landesarchiv Berlin A Rep 369 Kartei

Urteil des „Volksgerichtshofs” gegen Karl Schapper, 15. Oktober 1940

Bundesarchiv R 3017/17559

Ablehnung eines Gnadenerweises für Karl Schapper, 27. Januar 1941

Bundesarchiv R 3017/17559

Sterbeurkunde von Karl Schapper vom 1. Februar 1941

Ancestry, Archiv zur Ahnenforschung

Bekanntmachung der Hinrichtung von Karl Schapper, 3. Februar 1941

Bundesarchiv R 3017/17559

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