Rudolf Scheffel

6. Juni 1901, Debschwitz – 8. September 1943
Rudolf Scheffel

Rudolf Scheffel

Gedenkstätte Deutscher Widerstand

Rudolf Scheffel absolviert eine Lehre und arbeitet bis 1924 als Verwaltungsassistent bei verschiedenen Behör­den. Der 1922 in den Kommunistischen Jugend­verband Deutschlands (KJVD) und 1924 in die KPD eingetretene Beamtenanwärter wird nicht in den öffentlichen Dienst übernommen. 1924 erhält er eine Anstellung als Buch­halter bei der „Neuen Zeitung”, dem Organ der KPD Groß-Thüringen. 1929 bis 1931 arbeitet Scheffel für die von der KPD unterstützte Arbeiter-Radio-Bewegung und ist Herausgeber der Zeitschrift „Der Arbeitersender”. 1931 wird ihm die Geschäftsführung des KPD-Zeitschriften­verlages „Stern”-GmbH übertragen, die er bis zur Auf­lösung des Verlages ausübt.
Im Februar 1933 wird er in „Schutzhaft” genommen, aus der er im April entlassen wird. Rudolf Scheffel setzt auch danach den Widerstand gegen das NS-Regime fort. Gemeinsam mit seiner Schwester erwirbt er in Berlin-Schöneberg ein Lebensmittelgeschäft, das als illegale Anlaufstelle dient. 1940 wird er zur Polizeireserve gezo­gen und im Mai 1942 zum Polizeiwachtmeister der Reserve befördert.
Als im Juni 1942 der aus der Sowjetunion über Ost­preußen mit dem Fallschirm abgesprungene Erwin Panndorf nach Berlin kommt, besorgt Scheffel dem ihm aus Gera bekannten KJVD-Funktionär ein illegales Quartier und unterstützt ihn in seiner Tätigkeit.
Rudolf Scheffel wird am 17. August 1943 vom „Volks­gerichtshof” gemeinsam mit Kurt Bietzke, Richard Hinkelmann sowie mit Felix und Käthe Tucholla zum Tode verurteilt. Er wird am 8. September 1943 während der sogenannten Blutnächte im Strafgefängnis Berlin-Plötzensee ermordet.

Dokumente

Anklageschrift des „Volksgerichtshofs” gegen Rudolf Scheffel und andere, 5. Juli 1943

Bundesarchiv R 3018/1612

Urteil des „Volksgerichtshofs” gegen Rudolf Scheffel und andere, 17. August 1943

Bundesarchiv R 3018/1612

Stellungnahme der Staatspolizeileit­stelle Berlin in den Gnadenverfahren von Rudolf Scheffel, Käthe und Felix Tucholla, Richard Hinkelmann und Kurt Bietzke, 7. September 1943

Bundesarchiv R 3018/1612

Anordnung des Staatssekretärs im Reichsjustizministerium Curt Rothenberger zur Vollstreckung der Todesurteile gegen 142 Gefangene, 7. September 1943

Bundesarchiv R 3001/25019

Mitteilung über die Hinrichtung von Rudolf Scheffel, 15. September 1943

Bundesarchiv R 3018/1612

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