Rudolf von Scheliha

31. Mai 1897, Zessel (Cieśle) – 22. Dezember 1942
Rudolf von Scheliha

Aufnahme von Rudolf von Scheliha, Mitte 1930er Jahre

Gedenkstätte Deutscher Widerstand

Der Sohn eines schlesischen Ritter­gutsbe­sitzers studiert von 1919 bis 1921 Rechts­wissen­schaften in Breslau und Heidelberg. Als Vorsit­zender des Allge­meinen Studenten­ausschus­ses wendet er sich vehement gegen antisemi­tische Ausschrei­tungen.
Seit 1924 ist er im diploma­tischen Dienst tätig und arbeitet in den Auslands­vertre­tungen in Prag, Ankara, Kattowitz, Konstan­tinopel, Warschau und Brünn. 1927 zum Legations­rat ernannt, heiratet er im selben Jahr Marie Louisa von Medinger, mit der er später zwei Kinder hat. Am 1. Juli 1933 tritt Scheliha in die NSDAP ein.
In Warschau knüpft er freund­schaftliche Kontakte zu den unter­schied­lichsten NS-Gegnern, unter anderem zu Rudolf Herrn­stadt und Ilse Stöbe, die beide für den sow­jetischen Nach­richten­dienst arbeiten. An allen seinen Einsatz­orten setzt er sich für die Frei­lassung und Ausreise von verfolgten NS-Gegnern ein. Kurz vor Kriegs­ausbruch kehrt er nach Berlin zurück und ist als Referats­leiter in der Informa­tionsabteilung des Auswärtigen Amtes be­schäftigt, wo auch Ilse Stöbe und Carl Helfrich arbeiten.
Hier erfährt er von deutschen Über­griffen und Gewalt­verbrechen an der polnischen Bevöl­kerung. Während seiner Reisen in die Schweiz gibt er Infor­mationen über die „End­lösung der Juden­frage” weiter. Scheliha steht auch dem Kreis der Verschwörer um Henning von Tresckow nahe.
Er wird am 29. Oktober 1942 festge­nommen und vom Reichs­kriegsgericht am 14. Dezember 1942 wegen „Lan­desverrats” zum Tode verurteilt. Rudolf von Scheliha wird am 22. Dezember 1942 in Plötzensee ermordet.

Dokumente

Tenor des Feldurteils gegen Rudolf von Scheliha und Ilse Stöbe, 14. Dezember 1942

Privatbesitz

Sterbeurkunde von Rudolf von Scheliha vom 23. Dezember 1942

Ancestry, Archiv zur Ahnenforschung

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