Rudolf von Scheliha
Seit 1924 ist er im diplomatischen Dienst tätig und arbeitet in den Auslandsvertretungen in Prag, Ankara, Kattowitz, Konstantinopel, Warschau und Brünn. 1927 zum Legationsrat ernannt, heiratet er im selben Jahr Marie Louisa von Medinger, mit der er später zwei Kinder hat. Am 1. Juli 1933 tritt Scheliha in die NSDAP ein.
In Warschau knüpft er freundschaftliche Kontakte zu den unterschiedlichsten NS-Gegnern, unter anderem zu Rudolf Herrnstadt und Ilse Stöbe, die beide für den sowjetischen Nachrichtendienst arbeiten. An allen seinen Einsatzorten setzt er sich für die Freilassung und Ausreise von verfolgten NS-Gegnern ein. Kurz vor Kriegsausbruch kehrt er nach Berlin zurück und ist als Referatsleiter in der Informationsabteilung des Auswärtigen Amtes beschäftigt, wo auch Ilse Stöbe und Carl Helfrich arbeiten.
Hier erfährt er von deutschen Übergriffen und Gewaltverbrechen an der polnischen Bevölkerung. Während seiner Reisen in die Schweiz gibt er Informationen über die „Endlösung der Judenfrage” weiter. Scheliha steht auch dem Kreis der Verschwörer um Henning von Tresckow nahe.
Er wird am 29. Oktober 1942 festgenommen und vom Reichskriegsgericht am 14. Dezember 1942 wegen „Landesverrats” zum Tode verurteilt. Rudolf von Scheliha wird am 22. Dezember 1942 in Plötzensee ermordet.
Dokumente
Tenor des Feldurteils gegen Rudolf von Scheliha und Ilse Stöbe, 14. Dezember 1942
Privatbesitz
Sterbeurkunde von Rudolf von Scheliha vom 23. Dezember 1942
Ancestry, Archiv zur Ahnenforschung





