Alfred Schmidt-Sas

26. März 1895, Schlegel – 5. April 1943
Alfred Schmidt-Sas

Erkennungsdienstliche Aufnahme von Alfred Schmidt-Sas

Bundesarchiv BILDY 10/1231

Alfred Schmidt-Sas (Sas steht für „Schmidt aus Schlegel") ist musika­lisch intere­ssiert und beginnt 1910 eine Lehrer­aus­bildung. 1914 meldet er sich als Frei­williger an die Front, kehrt jedoch als Kriegs­gegner 1918 in die Lausitz zurück. Ab 1919 ist er zunächst in einer Dorf­schule tätig, wo sein reform­pädago­gischer Ansatz jedoch auf Ableh­nung stößt. 1920 tritt er eine Stelle als Volks­schul­lehrer in Leipzig an.
Alfred Schmidt-Sas gehört verschiede­nen linken politischen Gruppie­rungen an, unter anderem der anarcho­syndika­lis­tischen Allge­meinen Arbei­ter-Union. 1930 tritt er in die KPD ein, wird jedoch 1932 wegen „rechter Abwei­chungen” ausge­schlossen. Im März 1933 wird er aus dem Schul­dienst entlassen und für kurze Zeit in „Schutz­haft” genommen.
Im folgenden Jahr zieht Schmidt-Sas nach Berlin, wo er als frei­beruf­licher Musik­lehrer tätig ist. Er pflegt zahl­reiche Kontakte zu Künst­lern und Intellek­tuellen, die dem National­sozialis­mus ableh­nend gegenüber stehen. Nach Kriegs­beginn bittet ihn die der KPD nahe stehende Elisabeth Pungs, ein Verviel­fältigungs­gerät zu besorgen und für die Wider­stands­gruppe um Hanno Günter den Kontakt zu dem Leipziger Kommu­nisten Herbert Bochow herzustellen.
Alfred Schmidt-Sas wird am 9. Oktober 1942 gemeinsam mit vier Ange­hörigen der Gruppe um Hanno Günter vom „Volks­gerichtshof” zum Tode verurteilt. Während seine Mitan­geklagten am 3. Dezem­ber 1942 in Plötzensee hinge­richtet werden, ist Schmidt-Sas noch mehrere Monate in Haft. In dieser Zeit verfasst er Gedichte, Briefe und kleine Melodien, die vom Gefängnis­pfarrer Harald Poelchau aus der Todes­zelle geschmuggelt werden.
Nachdem mehrere Gnaden­gesuche abgelehnt worden sind, wird Alfred Schmidt-Sas am 5. April 1943 im Straf­gefängnis Plötzensee ermordet.

Dokumente

Urteil des „Volksgerichtshofs” gegen Hans Joachim Günther, Wolfgang Pander, Bernhard Sikorski, Emmerich Schaper, Alfred Schmidt-Sas und Dagmar Petersen, 9. Oktober 1942

Gedenkstätte Deutscher Widerstand

Ablehnung des Gnadengesuchs von Alfred Schmidt-Sas, 16. März 1943

Bundesarchiv R 3017/2719

Anweisung zur Vollstreckung der Todesstrafe gegen Alfred Schmidt-Sas, 25. März 1943

Bundesarchiv R 3017/2719

Sterbeurkunde von Alfred Schmidt-Sas vom 6. April 1943

Ancestry, Archiv zur Ahnenforschung

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