Johann Schöber

20. Dezember 1902, Wien – 6. November 1942
Johann Schöber

Erkennungsdienstliche Aufnahme von Johann Schöber

Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstandes (DÖW), Wien

Johann Schöber arbeitet zunächst als Fleischhauer und dann ab 1927 bei den Wiener Straßenbahnen. Als Mitglied der Sozial­demokratischen Arbeiterpartei Österreichs und des Republikanischen Schutzbundes beteiligte er sich an den Februarkämpfen 1934.
Schöber schließt sich der illegalen Kommunistischen Partei Österreichs (KPÖ) an und ist während der Zeit des Na­tionalsozialismus als führender Funktionär maßgeblich am Aufbau eines Netzwerks kommunistischer Wider­standszellen bei den Straßenbahnen beteiligt. Schöber, der über weitreichende Verbindungen verfügt, orga­nisiert zudem die Beschaffung kommunistischer Flug­schriften aus dem Ausland.
Er wird am 9. Januar 1940 festgenommen und am 7. September 1942 vom „Volksgerichtshof” wegen „Vor­bereitung zum Hochverrat” zum Tode verurteilt. Am 6. November 1942 wird Johann Schöber im Strafge­fängnis Berlin-Plötzensee ermordet.
Seine Frau Leopoldine Schöber wird am 31. März 1943 wegen „Vorbe­reitung zum Hochverrat” zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt. Am 26. Juni 1944 wird sie in das Konzentrationslager Ravensbrück überstellt und bleibt dort bis April 1945 in Haft.

Dokumente

Gefangenenkarte von Johann Schöber

Landesarchiv Berlin A Rep 369 Kartei

Anklage des „Volksgerichtshofs” gegen Johann Schöber vom 15. August 1941

Bundesarchiv R 3017/26733

Wien, 6. Oktober 1942

An den Herrn Reichsmarschall!

Ich bitte Sie Herr Reichsmarschall helfen
Sie uns, bei dem Gnadengesuch für meinen
Schwager Johann Schöber Straßenbahnschaffner
40 Jahre alt, welcher am 7. September 1942 vom
Volksgerichtshof Senat II. zum Tode verurteilt wurde.

Mein Schwager ist seit 9. Jänner 1940 in
Haft. Er war immer ein guter Mensch und
Kamerad zu jeden hilfsbereit und ehrlich. Er
hat so lange es i(hm) möglich war, viele Feld-
postpakete an seine eingerückten Kameraden
gesendet. Durch seine Verhaftung hat sich leider
alles gegen ihn gelehnt. Ich kann nicht glauben
daß seine Straftat so schlimm ist um dafür das
Leben zu verlieren.
Ich bitte Sie im Namen unserer Familie
helfen Sie uns, im voraus für Ihre gütige
Behandlung unseres Gesuches dankend

Mit deutschen Gruß
Heil Hitler
Rosa Salat

Gnadengesuch der Schwägerin Johann Schöbers vom 6. Oktober 1942

Bundesarchiv R 3017/24497

Ablehnung eines Gnadenerweises für Johann Schöber durch die Gestapo Berlin vom 25. September 1942

Bundesarchiv R 3017/26733

Bekanntmachung der Hinrichtung von Johann Schöber, 6. November 1942

Bundesarchiv R 3017/24496

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